Britische Regierung bringt Rauchverbot auf den Weg

2. November 2005, 08:07
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Einschränkungen ab Sommer 2007 - Ausnahmen für Vereins- und Clubräume sowie Lokale, die kein Essen servieren

London - Großbritannien will dem Beispiel europäischer Nachbarn folgen und das Rauchen am Arbeitsplatz und in den meisten Lokalen verbieten. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf brachte die britische Regierung am Donnerstag auf den Weg.

Der Vorschlag ist allerdings ein Kompromiss, denn Lokale, die kein Essen servieren, sowie private Vereins-und Clubräume sind von dem Verbot ausgenommen. Gesundheitsministerin Patricia Hewitt, die sich für ein totales Rauchverbot eingesetzt hatte, begrüßte die Gesetzesvorlage dennoch als einen "Fortschritt für die Gesundheit der Nation".

Erneute Prüfung innerhalb von drei Jahren

Das eingeschränkte Rauchverbot soll im Sommer 2007 in Kraft treten. Innerhalb von drei Jahren soll es dann noch einmal überprüft werden, und Befürworter erhoffen sich ein Rauchverbot ohne jegliche Einschränkungen. Der British Medical Association geht das Verbot schon jetzt nicht weit genug. Es sei die Chance verpasst worden, die Gesundheit der Briten zu schützen, kritisierte der Vorsitzende James Johnson. Dagegen befürchtet der Kneipenverband einen Umsatzrückgang, denn die Gäste kämen später und blieben kürzer.

Nach Angaben britischer Krebsforscher sterben in Großbritannien jährlich etwa 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Die Raucherquote unter den Jugendlichen sei eine der höchsten in Europa. Demnach greifen 40 Prozent der Jugendlichen zwischen 18 und 24 regelmäßig zur Zigarette. Eine von Finanzminister Gordon Brown 2004 in Auftrag gegebene Analyse des britischen Gesundheitssystems ergab, dass mehr als 17 Millionen Briten unter chronischen Krankheiten leiden, die auf Rauchen und Fettleibigkeit zurückzuführen sind. (APA/dpa)

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