Atomgegner warnen vor radioaktiv verstrahlten Pilzen und Beeren

7. November 2005, 17:01
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"Erschreckende" Untersuchungs- Ergebnisse mehr als 19 Jahre nach Tschernobyl

Linz - Oberösterreichische Atomgegner warnen auch mehr als 19 Jahre nach Tschernobyl vor radioaktiv verstrahlten Pilzen und Beeren. Der Verein "Sonne + Freiheit" hat in den vergangenen Wochen Proben aus dem Bezirk Freistadt auf eine Belastung durch die Reaktorkatastrophe untersuchen lassen. Die Ergebnisse seien "erschreckend", gab die Organisation Donnerstagnachmittag in einer Presseaussendung bekannt.

Die Untersuchungen wurden beim Umweltinstitut München und bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Linz durchgeführt. Von sechs Proben bei Maronenröhrlingen seien vier über dem von der EU festgesetzten Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm gelegen. Eine Probe habe den Wert um mehr als 400 Prozent überschritten, so "Sonne + Freiheit".

Auch Wildfleisch belastet

Hohe radioaktive Belastungen seien auch bei Wildfleisch, vor allem bei Wildschweinen, zu erwarten. Die Tiere würden bei der Nahrungsaufnahme gerne in den oberen Waldschichten nach Wurzeln oder Trüffeln wühlen. Diese seien stark mit Cäsium belastet, erklärten die Atomgegner. Die Aussagen des Umweltbundesamt in Wien würden sich mit den durchgeführten Untersuchungen decken. Beeren, Parasole und Hallimasch seien geringfügig belastet, Eierschwammerl und Herrenpilze würden im mittleren Bereich liegen. Maronenröhrlinge seien zu 99 Prozent sehr hoch belastet.

"Sonne + Freiheit" fordert von Politik und Behörden umfangreiche Kontrollen bei Wild, offene und umfangreiche Information der Bevölkerung noch vor Beginn der nächsten Pilzsaison und die Wiederaufnahme des Verkaufsverbot für Maronenröhrlinge. Dessen Aufhebung sei nicht nachvollziehbar, so die Atomgegner. (APA)

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