Gesucht: Spitzenkandidat für Orange

12. November 2005, 14:19
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Gorbach will Parteichef werden, aber keine Festlegung, wer den Nationalratswahlkampf übernehmen soll - Rot-Grüne Häme für Haider

Wien - Vizekanzler Hubert Gorbach will nach dem Rückzug Jörg Haiders von der Spitze des BZÖ die Führung der orangen Regierungspartei auch formal übernehmen. Wer Spitzenkandidat des Bündnisses für die Nationalratswahl im kommenden Jahr werden könnte, lässt er aber offen. Derzeit ist nicht einmal klar, bis wann diese Festlegung erfolgen soll.

Am gestrigen Nationalfeiertag hat sich Haider wieder einmal aus der Bundespolitik zurückgezogen. Er wolle sich voll auf Kärnten als Kernland des BZÖ konzentrieren. Noch im November solle ein neuer Parteichef gekürt werden, der die Partei dann auch in die Wahl 2006 führt.

Gorbach, bisher geschäftsführender BZÖ-Obmann, hat sich am Donnerstag als möglicher neuer Parteichef in Stellung gebracht. Vollzogen werden könnte die Übergabe beim Konvent des Kärntner BZÖ am 25. November, bei dem Haider die Führung der Landespartei von Martin Strutz übernehmen will.

Spitzenkandidat?

Die Frage der Spitzenkandidatur will Gorbach anders als Haider erst im nächsten Frühjahr klären. Er würde sich das schon zutrauen, so Gorbach. Festlegen wollte er sich aber nicht. Jetzt gehe es um die Frage, wie man das BZÖ "optimieren" könne.

Auch Bündnissprecher Uwe Scheuch wollte sich nicht festlegen. Er hat offenbar Präferenzen für Gorbach, kann sich aber auch den freiheitlichen Klubchef Herbert Scheibner oder Justizministerin Karin Gastinger an der BZÖ-Spitze vorstellen.

Westenthaler

Ein möglicher Kandidat wäre laut Scheuch außerdem Peter Westenthaler. Dieser wollte am Donnerstag auf Anfrage der APA keinen Kommentar abgeben. Er verwies lediglich auf seine bisherigen Äußerungen. Zuletzt hatte der frühere freiheitliche Klubchef und jetzige Magna-Manager eine Rückkehr in die Politik nicht ausgeschlossen. Derzeit gebe es aber keine Rahmenbedingungen dafür.

Den Zeitraum für die Entscheidung spannt Scheuch enger als Gorbach. Er geht davon aus, dass bis Jahresende die inhaltlichen und personellen Klärungen für die Zukunft des BZÖ getroffen sein sollen.

Unterstützung für Haiders Rückzug

Die Bundesländer-Orangen unterstützten Haiders Rückzug - wenn auch mit unterschiedlichen Betonungen. Für Bedauern sei nach dem "langen Hin und Her kein Platz mehr da", erklärte der Tiroler Klaus Wittauer. Nun hoffe er, dass es Leute gebe, die das BZÖ übernehmen, um am Ende wieder glaubwürdig dazustehen. Aus Wien und der Steiermark hieß es, die Konzentration auf Kärnten sei vernünftig. Der Kärntner Strutz sprach von einer "Entscheidung für das BZÖ", denn Kärnten sei der Schlüssel zum Erfolg.

Häme

Von den Oppositions-Parteien kam Häme. Es handle sich um "das bis zum Überdruss bekannte Spiel" eines "wankelmütigen" Kärntner Landeshauptmanns, so die stellvertretende Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Die SPÖ kritisierte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und die ÖVP. Diese würden die Augen vor dem "Zerfallsprozess der Regierung" verschließen. (APA)

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