IQOQI: Ideenschmiede und Trendsetter im Reich der Quanten

14. November 2005, 15:36
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Aushängeschild der österreichischen Spitzenforschung

"Wir sind ein Zentrum, das weltweit sichtbar ist", eine "Ideenschmiede" und ein "weltweiter Trendsetter". Der geschäftsführende Direktor des Institut für Quantenoptik und Quantenkommunikation (IQOQI) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Rainer Blatt, weiß die wissenschaftliche Kompetenz und Reputation seines Instituts ins rechte Licht zu rücken. Seit seiner Gründung vor rund zwei Jahren hat sich das in Innsbruck und Wien angesiedelte Institut zu einem Aushängeschild österreichischer Spitzenforschung gemausert, das auch global in der obersten Liga der Quantenforscher mitspielen kann. Mit dem Bezug neuer Gebäude wollen die Wissenschafter nun ordentlich (Quanten-)Gas geben.

Nachweis

Die erste Teleportation des Zustand eines Atoms, der erste Nachweis von Suprafluidität von Fermi-Kondensaten, die erste quantenkryptografisch verschlüsselte Banküberweisung, Entfernungs-Weltrekord für die Teleportation des Zustands von Photonen, ein völlig neues Konzept für den Quantencomputer ... es ist schon erstaunlich, welche Wissenschaftsschlagzeilen in den vergangenen Monaten aus den Labors der wissenschaftlichen Direktoren des IQOQI, Rainer Blatt, Hans Jürgen Briegel, Rudolf Grimm und Peter Zoller in Innsbruck und Anton Zeilinger in Wien, kamen. Zwei Wittgenstein- und drei Start-Preise gingen an das Akademie-Institut, dessen Mitglieder regelmäßig ihre Arbeiten in den renommiertesten Fachzeitschriften wie "Nature", "Science" oder "Physical Review Letters" publizieren können.

Ein faszinierender Blick in eine scheinbar andere Welt

Bei einem Lokalaugenschein in den Quantenoptiklabors offenbart sich dem Besucher ein faszinierender Blick in eine scheinbar andere Welt. In einem Experiment, bestehend aus einem Gewirr von Spiegeln, Linsen, Strahlteilern, Lichtleitern, etc., durch die rote und grüne Laserstrahlen ihre Bahn ziehen, sitzt ein einzelnes Barium-Ion in einer Falle - und "schaut" sich - im wahrsten Sinne des Wortes - in den Spiegel: untersucht wird die Wechselwirkung des Teilchens mit seinem Spiegelbild.

Hinter der nächsten Tür wird so genanntes Bose-Einstein-Kondensat (BEC) gleichsam am Fließband erzeugt. Alle paar Sekunden verdampft eine geringe Menge Rubidium, ein paar hunderttausend Atome werden mittels Laser immer weiter abgekühlt, bis sie sich ganz knapp am absoluten Nullpunkt von rund minus 273 Grad Celsius in ein BEC verwandeln. Und an einem weiteren Labortisch saßen bis vor Kurzem in einer Vakuumkammer acht Kalzium-Ionen aufgefädelt wie auf einer Perlenkette in einer elektromagnetischen Falle - ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum "Traum Quantencomputer" (Blatt), der demnächst publiziert werden soll.

Erfolg

Solche Erfolge haben die IQOQI-Forscher bisher in den Labors der Universität erzielt. Mit dem Bezug der neuen Gebäude in Innsbruck und Wien steht ihnen die modernste Infrastruktur und damit noch bessere Möglichkeiten zur Verfügung.(APA)

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