B&O digitalisiert Wohnzimmer Multimediales - aber ohne PC

4. November 2005, 11:32
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Herausgekommen ist eine geradlinige schwarze Box ohne irgendwelche Knöpfe oder Bedienelemente

1925 bauten Peter Bang und Sven Olufsen ihr erstes Radio mit dem Ziel, die junge Technologie durch einfache Bedienung massentauglich zu machen. 80 Jahre später versucht sich die Edelmarke unter den Unterhaltungselektronikern, die dänische B&O, an einer nicht weniger herausfordernden Aufgabe: die relativ junge Technologie digitaler Medien in einfacher Form ins Wohnzimmer zu bringen.

BeoMedia 1

Herausgekommen ist dabei eine geradlinige schwarze Box ohne irgendwelche Knöpfe oder Bedienelemente, das BeoMedia 1, das anders als die elegant designten und zum Anschauen mindestens ebenso wie zum Verwenden bestimmten TV- und Hifi-Geräte von Bang & Olufsen dazu bestimmt ist, am besten aus den Augen seiner Benutzer in einem Möbel zu verschwinden.

Denn die Inhalte des BeoMedia - digitale Musik, Fotos, Internetradio und Zugang zum Web - werden wie traditionelle Medien von TV und DVD bis CD und Radio einfach über die angeschlossene B&O-Anlage konsumiert, mit traditioneller B&O-Fernbedienung. Einfache Menüs am TV-Schirm führen durch die einzelnen Medien; Musik- und Fotoplaylists oder hunderte Radiostationen via Internet werden so konsumiert, wie dies traditioneller Unterhaltungselektronik im Wohnzimmer entspricht.

Nur bedingt massentauglich

Zur Wiedergabe preist B&O sein neues Beovision 7 an, ein TV/DVD-Gerät mit digitalem Dolby-Tonsystem, das es mit 32- und 40-Zoll-LCD-Schirm gibt - zwar massentauglich in der Bedienung, weniger im Preis von 8000 bzw. 10.000 Euro.

Mit den computerisierten Innereien (ein energiesparender Prozessor, damit die Box ohne Kühlung und damit geräuschlos arbeitet, und eine 160-Gigabyte-Festplatte) kommt der Benutzer im alltäglichen Gebrauch nicht in Berührung - nur beim Beladen durch den PC oder Mac. Das rund 1800 Euro teure BeoMedia ist B&Os entschiedenster Schritt in Richtung digitaler Medien.

Ersatz

Aber auch andere der zahlreichen neuen Produkte unternehmen Schritte in diese Richtung, vor allem durch die Integration von SD-Speicherkartenanschlüssen zum Abspielen von MP3-Musik - quasi ein Ersatz früherer Musikkassetten. Diese Möglichkeit findet sich in den neuen Geräten BeoSound 4 (eine Kompaktanlage für Radio, CD und SD-Karten) und das tragbare, hochformatige BeoSound 3, eine Art "Küchenradio" mit MP3-Player.

Unkonventionelles Mobiltelefon

Noch in einem weiteren Bereich macht B&O, wie berichtet, einen Schritt in die digitale Welt: mit seinem "Serene" getauften unkonventionellen Handy. Auch dies erwartungsgemäß ein Luxusprodukt (1100 Euro), zu dem Louis Vuitton ein kleines Täschchen geschneidert hat (500 Euro), das mit der B&O- typischen "Magie" aufwartet - durch einen motorisierten Klappmechanismus, der sich selbsttätig öffnet.

Serene stellt die Handywelt auf den Kopf und präsentiert den Querformatschirm unten, die "Wählscheibe" oben - ein gewöhnungsbedürftiger Versuch. (spu, DER SRTANDARD Printausgabe, 27. Oktober 2005)

  • BeoMedia 1 - geradlinige Box, die leicht im Regal oder anderswo Platz findet.
    foto: b&o

    BeoMedia 1 - geradlinige Box, die leicht im Regal oder anderswo Platz findet.

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