RHI steigert Umsatz und Ergebnis

7. November 2005, 09:13
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Ebit stieg nach neun Monaten um 4,3 Prozent, EBITDA um 5,8 Prozent - Ergebniszuwächse leicht unter Analystenerwartungen

Wien - Der börsenotierte Feuerfesthersteller RHI hat in den ersten neuen Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2005 Umsatz und Gewinn gegenüber der Vergleichsperiode gesteigert. Der Betriebserfolg Ebit lag mit 92,6 (1-9/2004: 88,8) Mio. Euro um 4,3 Prozent über dem Vergleichswert, das Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg um 5,8 Prozent auf 132,1 (124,8) Mio. Euro, wie RHI heute, Donnerstag, ad hoc mitteilte.

Ingesamt erzielte RHI in den ersten drei Quartalen 2005 Umsatzerlöse von 1.073,2 (Vorjahr: 958,8) Mio. Euro, das ist ein Anstieg um 11,9 Prozent. Der Gewinn vor Ertragsteuern stieg auf Grund des erneut verbesserten Finanzergebnisses um 11,8 Prozent auf 71,9 (64,3) Mio. Euro. Einen ausgewiesenen Anstieg des Gewinns nach Ertragssteuern um 74,9 Prozent auf 64,7 (37) Mio. Euro führt das Unternehmen auf eine "bereits im Jahresabschluss 2004 sichtbare Optimierung der Ertragsteuern" zurück.

Leicht unter Erwartungen

Die wichtigsten Ergebniskennziffern lagen damit leicht unter den Erwartungen von befragten Analysten, die im Mittelwert der Prognosen mit einem Ebit-Plus von 7,1 Prozent und einem Anstieg des EBITDA um 7,9 Prozent gerechnet hatten. Auch der Anstieg beim Umsatz lag geringfügig unter dem prognostizierten Plus von 12,1 Prozent.

Die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung im RHI-Konzern war im dritten Quartal 2005 bei RHI Refractories (Feuerfest) durch die in Europa und Nordamerika vorübergehend niedrigere Produktion der Stahlindustrie und Kostensteigerungen u.a. bei Energie geprägt. Bei Heraklith (Dämmen) habe sich die "sehr positive Entwicklung" durch die jetzt mögliche vollständige Integration aller osteuropäischer Tochtergesellschaften, besonders der slowenischen Termo, unvermindert fortgesetzt, so das Unternehmen.

Positiver Ergebnisausblick

Der Feuerfestbereich RHI Refractories erzielte im Zeitraum Jänner bis Ende September 2005 ein Ebit von 90,5 (91,4) Mio. Euro und eine Ebit-Marge von 10,2 (11,2) Prozent. Bei Heraklith hat sich das Ebit mit 14,3 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichswert 2004 (7,6 Mio. Euro) beinahe verdoppelt (+88,3 Prozent), die Ebit-Marge stieg in diesem Bereich erneut deutlich auf 7,9 (5,6) Prozent an.

Der RHI-Konzern meldet einen "weiter positiven Ergebnisausblick", der Auftragseingang liege in beiden RHI-Geschäftsbereichen über Vorjahresniveau. Das Geschäftsvolumen von RHI Refractories werde an das hohe Niveau des ersten Halbjahres 2005 anknüpfen können, heißt es.

Asbest-Verfahren vor Abschluss

Im Bereich Feuerfest komme neben der Industriekonjunktur - vor allem im Stahlbereich - und den Währungsparitäten der verschiedenen Wirtschaftsräume vor allem der weiteren Konsolidierung und Restrukturierung der RHI-Abnehmerindustrien weltweit hohe Bedeutung für den Geschäftserfolg zu.

Die Heraklith-Gruppe werde weiter deutlich von der gelungenen Neuordnung der Beteiligungsverhältnisse in Slowenien profitieren. Zudem soll Heraklith durch Investitionen in Osteuropa Geschäftsvolumen und Ergebnisse kontinuierlich steigern und dabei die Ergebnisqualität weiter verbessern.

In den USA sind weiter die Chapter-11-Verfahren der mit Ende 2001 entkonsolidierten vormaligen US-Gesellschaften anhängig. Mit einigen dieser Gesellschaften - darunter Narco und GIT - habe RHI bereits 2004 Vereinbarungen zur Regelung gegenseitiger Ansprüche und Ansprüche Dritter getroffen. Darin ist unter anderem auch die Behandlung von Bankgarantien und Haftungen sowie der Verzicht seitens RHI auf Forderungen aus der Zeit vor den Chapter-11-Anmeldungen gegen die US-Gesellschaften sowie der endgültige Verzicht von RHI auf alle Anteile an den US-Gesellschaften geregelt. Für RHI entstehen "aus den Vereinbarungen keine zusätzlichen ergebnisseitigen Belastungen", unterstreicht das Unternehmen. Denn sämtliche betroffenen Forderungen und Beteiligungswerte seien bereits per 31.12. 2001 wertberichtigt worden.

RHI begutachte derzeit die geänderten Reorganisationspläne der in Chapter 11 befindlichen Gesellschaften. Bei einer Zustimmung des Gerichts in Pittsburgh würden die RHI AG und ihre Beteiligungen "vollständige Rechtssicherheit im Zusammenhang mit allen noch verbliebenen Asbest-Schadensansprüchen" gegen die im Chapter 11 befindlichen US-Gesellschaften erhalten. Zudem würden die RHI sowie ihre Beteiligungen zu Begünstigten der gerichtlichen Verfügungen im Zusammenhang mit den Reorganisationsplänen. Nach Zustimmung des Gerichts in Pittsburgh könnten diese Vereinbarungen umgesetzt werden. "Damit wären alle bestehenden und künftigen Asbest-Schadenersatzansprüche gegen die entkonsolidierten US-Gesellschaften endgültig rechtssicher erledigt", so das Unternehmen. (APA)

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