Haubner will Regelung trotz Kritik durchziehen

2. November 2005, 17:02
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Ungeachtet massiver Bedenken von Pensionsexperten wird "Schwerarbeit" durch Kalorienverbrauch bestimmt

Wien - Ungeachtet massiver Bedenken von Pensionsexperten wird Sozialministerin Haubner die Schwerarbeiterregelung durchziehen. Bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten gab die Ressortchefin die Eckdaten der geplanten Verordnung bekannt. Wie erwartet wird das Merkmal schwere körperliche Arbeit durch die Anzahl der verbrauchten Kalorien im jeweiligen Job abgedeckt.

Hier bietet sich die größte Chance, von der begünstigten Pensionsregelung profitieren zu können. Konkret - und das ist die jüngste Neuerung in den Haubner-Plänen - wird der Pensionsversicherungsanstalt bei der Bewertung, ob Schwerarbeiter oder nicht, eine Liste mit 89 Berufen - von Maurer über Koch bis zum Naturblumenbinder - zur Verfügung stehen. Hier wird auch mittels einer Zeitleiste festgelegt, ob die Tätigkeit als Schwerarbeit zu qualifizieren ist.

So kann es beispielsweise sein, dass eine gewisse Arbeit in den 60er-Jahren darunter gefallen ist, in den 90ern durch modernere Produktionsmittel aber nicht mehr. Primäre Voraussetzung ist jedenfalls für Männer ein Kalorienverbrauch von 2.000 (Arbeits- )Kalorien und für Frauen von 1.400.

Die körperliche Schwerarbeit ist aber nicht das einzige Kriterium, über das man es in die Schwerarbeiterregelung schaffen kann. Takt- gebundene Arbeit (also Akkord-Fließbandarbeit) kann unter genau definierten Umständen ebenso gelten wie Pflegetätigkeiten, Arbeit unter besonderer Sicherheitsgefährdung (Polizei, Berufsfeuerwehr) oder beeinträchtigt durch extreme Hitze oder Kälte. Ebenfalls als Voraussetzung gelten Schicht- und Wechseldienst, sofern dieser auch in der Nacht ausgeübt wird, sowie chemische und physikalische Einflüsse, nicht aber Lärm.

Die Details, was beispielsweise genau unter Schicht und Wechseldienst zu verstehen ist, will die Sozialministerin noch einmal im Gespräch mit den Sozialpartnern am 31. Oktober erläutern. (APA)

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