Versorger müssen Gas billiger durchleiten

7. November 2005, 14:34
posten

Um durchschnittlich zehn Prozent müssen Gasversorger die Durchleitungstarife ab 1. November senken - Haushalte werden davon aber kaum etwas spüren

Wien - Mit der seit Längerem in Aussicht gestellten Tarifsenkung für das Durchleiten von Gas wird es ernst. Ab 1. November muss die Mehrzahl der Gasversorger in Österreich ihre Durchleitungstarife um durchschnittlich zehn Prozent senken. Das hat die Regulierungsbehörde E-Control per Verordnung vorgeschrieben.

Nach Angaben der E-Control werden sich die Einsparungen für die österreichischen Gaskunden auf rund 47 Mio. Euro belaufen. Weil aber einige Versorgungsunternehmen die Preise für Gas bereits angehoben haben oder dies noch machen wollen, werden manche Konsumenten die nun verordnete Tarifsenkung gar nicht wahrnehmen.

Die Netztarife machen beispielsweise bei Privatkunden in Wien rund 30 Prozent der gesamten Gasrechnung aus. Knapp 40 Prozent ist der reine Energieanteil, der Rest entfällt auf Steuern und Abgaben.

Der nun verordneten Tarifsenkung vorausgegangen sind in den vergangenen Monaten eingehende Untersuchungen der Kostensituation heimischer Gasversorger durch die E-Control. Resultat: Am stärksten reduzieren müssen ihre Netztarife die Energieversorger in Vorarlberg (minus 13,2 Prozent) und Oberösterreich (minus 13,2 Prozent). Geringer ist der Abschlag in Wien mit minus 6,9 Prozent. Unverändert bleiben die Tarife bis auf Weiteres nur in Tirol.

"Wichtiges Signal"

"Gerade jetzt zu Beginn der Heizsaison und bei gleichzeitig erheblich gestiegenen Energiepreisen ist die Senkung der Gasnetztarife ein wichtiges Signal für die österreichischen Gaskunden", sagte E-Control-Geschäftsführer Walter Boltz. In Österreich gibt es etwa 1,3 Millionen Konsumenten, die Gas beziehen.

Von den großen Landesenergieversorgern haben nur die Wien Energie und die Kärntner Kelag vorerst keine Anhebung des Gaspreises angekündigt. Alle anderen haben den von ihnen beeinflussbaren Preis bereits um zehn Prozent angehoben oder zumindest angekündigt, dies bis Jahresende zu tun.

Die steirische Estag etwa hat erst in der Vorwoche bekannt gegeben, den Gaspreis per 1. November und dann nochmals per 1. Jänner 2006 um jeweils fünf Prozent zu erhöhen.

Bei der niederösterreichischen EVN wurde Erdgas bereits mit 1. Oktober um zehn Prozent teurer. Kunden der burgenländischen Bewag zahlen seit 1. Oktober um sieben Prozent mehr, jene der Vorarlberger VEG um rund neun Prozent. In Linz wurde Erdgas bereits Anfang September um rund zehn Prozent teurer, in Tirol mit Anfang Oktober. Und auch die Salzburg AG plant ab 1. Jänner eine Anhebung um etwa zehn Prozent. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.10.2005)

Share if you care.