Viel versprechendes Halbjahr

3. November 2005, 19:14
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"Impressionist & Modern Art bei Christie's und Sotheby's

London - Das erste Halbjahr verlief für die Sparte "Impressionist & Modern Art" recht viel versprechend. In nur zwei Tagen brachten Monet & Co zu Sommerbeginn bei Christie's und Sotheby's die Kassen mit fast 116 Millionen Euro für nur 77 Werke zum Klingeln. Im Auktionsranking der Top-Ten-Umsatzbringer des ersten Halbjahres 2005 (1. 1.-30. 6.) haben sich nicht weniger als sieben Vertreter Plätze reserviert, wobei die Führung unangefochten bei Pablo Picasso (512 verkaufte Lots / 89,64 Millionen Dollar) liegt.

Ab kommender Woche steht die über New York verteilte lukrative Kunst wieder im Mittelpunkt. Den Anfang macht Christie's, wo am 1. und 2. November in drei Sitzungen 411 Lose unter den Hammer kommen, gefolgt von Sotheby's die am 2. und 3. November 418 Werke verteilen. Zu den Christie's-Highlights gehören Henri Toulouse-Lautrecs La Blanchisseuse, ein 1886/87 gemaltes Ölbild, das mit einer Schätzung von 20 bis 25 Millionen Dollar ins Rennen geht.

Für Kees van Dongens Adam und Eva von 1922 müssen zumindest zwischen 600.000 und 800.000 Dollar Budget bereitgehalten werden. Die bisherige Monet-Bilanz (5,9 Mio. Dollar für 13 Werke) wird mit Sicherheit deutlich aufgebessert: Christie's bietet das 1907 gemalte Nymphéas (zehn bis 15 Mio. Dollar) und Sotheby's eine Ansicht des Canal Grande von 1908 (zwölf bis 16 Mio. Dollar). Weiters zählen bei Sotheby's Arbeiten von Renoir, Jawlensky oder Morrisot zu den großen Verlockungen der internationalen Klientel. Vor allem Berthe Morrisots 1887 gemaltes Versteckspiel (Cache Cache) kann auf eine prominente Provenienzchronik verweisen. Ursprünglich war das Bild in Besitz von Edouard Manet, dann in jenem des französischen Kunstkritikers und Sammlers Théodore Duret, gefolgt von Ambroise Vollard.

1999 wechselte das bis zu diesem Zeitpunkt in der Sammlung Whitney befindliche Bild bei Sotheby für fünf Millionen Dollar in den Handel (Bellagio Gallery of Fine Art aus Las Vegas) und von dort 2000 neuerlich über das Sotheby's Auktionspult für 4,4 Millionen in New Yorker Privatbesitz. Die aktuelle Taxe beläuft sich auf vorsichtige drei bis vier Millionen Dollar. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.10.2005)

Von
Olga Kronsteiner
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