Designierter Fed-Chef auf Vorgängerkurs

7. November 2005, 14:22
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Der künftige US-Notenbankchef Ben Bernanke sieht keine Inflationsgefahren

London - Der designierte US-Notenbankchef Ben Bernanke sieht keine weit reichenden Inflationsgefahren für die weltgrößte Volkswirtschaft. "Es sieht so aus, als ob vor allem Energie und einige Rohstoffpreise erhöht sind, dies aber nicht zu einem breit angelegten Anstieg der Inflation oder der Inflationserwartungen geführt hat", sagte Bernanke der britischen Tageszeitung Times vom Dienstag. "Meine Erwartung ist, dass dies auch so bleiben wird."

US-Präsident George W. Bush hatte den 51-jährigen Ökonomen Anfang der Woche für den einflussreichen Posten vorgeschlagen. Die Amtszeit des 79 Jahre alten Alan Greenspan endet am 31. Jänner 2006. Greenspan hatte das Amt 18 Jahre inne. Bernankes Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden.

Bernanke kündigte bereits an, die Politik Greenspans als Präsident der US-Notenbank fortzusetzen zu wollen. Der "Times" sagte er, sehr deutliche Änderungen in der geldpolitischen Herangehensweise werde es nicht geben. Anders als Greenspan gilt Bernanke als Anhänger eines festen Inflationsziels, an dem die Notenbank ihre Politik ausrichtet. Nach seiner Auffassung erhöht dies die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Inflationsbekämpfung.

Lob von der EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Nominierung des neuen US-Notenbankchefs Ben Bernanke mit lobenden Worten begrüßt. Der 51-Jährige sei ein "außergewöhnlicher Ökonom" und "erfahrener Mann", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Als Geldpolitiker werde Bernanke in besonderem Maße respektiert. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.10.2005)

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