Privatsender wollen um deutsche Fußball-Bundesliga-Rechte bieten

4. November 2005, 16:21
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Premiere und Kabel Deutschland grundsätzlich mit von der Partie

Die Privatsender-Ketten ProSiebenSat.1 und RTL interessieren sich wieder für die Übertragungsrechte an die Fußball-Bundesliga. Wenn die Rechte ab der Saison 2006/07 in Kürze ausgeschrieben werden, sind auch Premiere und der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland grundsätzlich mit von der Partie.

"Sport ist immer attraktiv"

"Sport ist immer attraktiv", sagte die Chefin der Sendergruppe um RTL, Anke Schäferkordt, am Mittwoch anlässlich der Medientage in München. Auf die Frage, ob sich RTL für die am 1. November beginnende Ausschreibung habe registrieren lassen, um die Unterlagen zu erhalten, sagte sie: "Da sind wir doch sicherlich erstmal alle dabei." Auf die Frage, ob ProSiebenSat.1 Interesse an Übertragungsrechten habe, sagte ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch: "Ja, ich denke wie jeder andere auch."

Zuschauerboom

Für die laufende Spielzeit 2005/06 liegen die TV-Rechte für Live-Übertragungen von Bundesliga-Spielen beim Pay-TV-Sender Premiere. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zeigen die Spiele in "Sportschau" und "Sportstudio" in Ausschnitten zeitversetzt. Bis Mitte 2003 war die Fußball-Bundesliga in der Sat.1-Fußballshow "Ran" gezeigt worden. RTL und Sat.1 hatten sich mit Verweis auf die hohen Preise zuletzt nicht mehr um die Rechte beworben. Die Bundesliga erlebt einen Zuschauerboom.

An der Podiumsveranstaltung nahmen auch der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber, Premiere-Chef Georg Kofler, ZDF-Intendant Markus Schächter, der Besitzer der Tele-München-Gruppe (TMG), Herbert Kloiber, und der Aufsichtsratschef von Kabel Deutschland, Heinz Riesenhuber, teil.

"Faszinierende Geschichte"

Riesenhuber bezeichnete die Bundesliga als "faszinierende Geschichte". "Wir wollen mal schauen, was bei den Fußballrechten drin ist", sagte er. Kabel Deutschland habe sich registrieren lassen, um sich alle Optionen offen zu halten. Ob der Betreiber von Kabelnetzen dann tatsächlich biete und um welche Pakete, sagte Riesenhuber nicht. Auch Schäferkordt ließ die Frage offen. "Nicht alle DFL-Pakete sind für uns interessant", sagte sie nur.

Premiere-Chef Kofler bekräftigte, erneut um Rechte bieten zu wollen. Aber er werde sicher keine Summen bieten, die nicht im Verhältnis zu den zu erwartenden Einnahmen stünden. Ob Premiere nur an den Live-Rechten interessiert sei oder sich wie bei der Champions League auch für die zeitversetzte Übertragung im frei empfangbaren Fernsehen bewerben werde, sagte er nicht. Er sehe Chancen in einer "schlauen Verbindung" von Pay-TV und Free-TV im Sportbereich, sagte Kofler nur. Die Free-TV-Rechte seien eine charmante Option.

Premiere hat ab 2006 für drei Jahre die Übertragungsrechte an dem europäischen Fußball-Wettbewerb auch für das frei empfangbare Fernsehen gekauft und will dazu einen Sender kaufen oder selbst aufbauen. Eine Rückgabe der Rechte schloss Kofler erneut nicht aus: "Wir wollen das bis Anfang 2006 entschieden haben."

Der Ligaverband (DFL) hatte Ende September einen ersten Teil der Ausschreibung der Verwertungsrechte an den Spielen der 1. und 2. Bundesliga für den Zeitraum ab 1. Juli 2006 angekündigt. In der Teilausschreibung geht es um die Live- und Erstverwertungsrechte sowie definierte Zweitverwertungsrechte an den Spielen der Bundesliga. Die Ausschreibung werde maximal die Spielzeiten bis 2008/2009 umfassen, teilte die DFL damals mit. (APA/Reuters)

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