Mehr Kino findet Anklang

26. Oktober 2005, 18:49
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Besucherrekord: Die Viennale 2005 geht erfolgreich zu Ende - STANDARD-Publikumspreis an "Hong Yan (Dam Street)"

Wien - Viennale-Direktor Hans Hurch konnte bei der Abschlusspressekonferenz des Vienna International Film Festivals am Mittwoch erfreuliche Bilanz ziehen: In zwölf Tagen wurden heuer 86.200 Besucher und Besucherinnen gezählt (gegenüber 81.600 im Vorjahr), die trotz einer weiteren Spielstätte leicht gestiegene Auslastung liegt damit heuer bei 77,6 Prozent. Von 305 Vorführungen waren 129 ausverkauft.

Hurch verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass auch spröde Arbeiten, das noch einmal deutlich gesteigerte Angebot an Dokumentarfilmen oder Ausnahmeleistungen wie Lav Diaz' elfstündiges Epos "Evolution of A Filipino Family" regen Zuspruch fanden. Ebenso habe sich das langsame Wachstum des Festivals bewährt. Rahmenveranstaltungen wie das Konzert von Jane Birkin im Volkstheater oder die Lyriklesung des (Foto-)Künstlers Gerard Malanga seien ebenfalls auf sehr großes Interesse gestoßen.

Mit der Österreich-Premiere von George Clooneys zweiter Regiearbeit "Good Night, and Good Luck" ging das Festival Mittwochabend im Gartenbaukino zu Ende.

Prämiert wurden im Rahmen der Viennale folgende Filme: Der mit 7000 Euro und Sachleistungen im Gesamtwert von 9000 Euro dotierte Wiener Filmpreis geht an den Dokumentarfilm "Operation Spring" von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber, der Hintergründe und Folgen der gleichnamigen Polizeiaktion akribisch durchleuchtet und derzeit erfolgreich in den heimischen Kinos läuft. Eine lobende Erwähnung wurde für Zuzana Brejchas "Romane Apsa" ausgesprochen. Die Jury der internationalen Filmkritik vergibt den FIPRESCI-Preis an das dokumentarische Filmporträt "Estamira", den ersten Langfilm des brasilianischen Regisseurs Marcos Prado.

Behutsames Drama

Die fünfköpfige STANDARD-Leserjury zeichnet in diesem Jahr den Spielfilm "Hong Yan" ("Dam Street") der jungen chinesischen Regisseurin Li Yu aus. Das behutsam erzählte Familiendrama um eine umständehalber komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung wird damit nachdrücklich für einen regulären Kinoeinsatz in Österreich empfohlen, verbunden mit kostenlosem Anzeigenraum.

Der südkoreanische Spielfilm "Keuk jang jeon" ("Tale of Cinema") von Hong Sangsoo sowie der zweite Teil von Raymond Depardons Dokumentarfilmtrilogie über französische Kleinbauern, "Profils paysans: Le quotidien" ("Ländliche Ansichten: Der Alltag"), werden lobend erwähnt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.10.2005)

Von Isabella Reicher
  • "Genau erzählt, überzeugend dargestellt": der Siegerfilm der STANDARD-Leserjury 2005, "Hong Yan" von Li Yu.
    foto: viennale

    "Genau erzählt, überzeugend dargestellt": der Siegerfilm der STANDARD-Leserjury 2005, "Hong Yan" von Li Yu.

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