Deutsche Pressefotografin erhielt Courage-Preis

28. Dezember 2005, 15:25
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Anja Niedringhaus gemeinsam mit Journalistinnen aus Bangladesch und dem Iran ausgezeichnet

Die deutsche Pressefotografin Anja Niedringhaus hat gemeinsam mit zwei Journalistinnen aus Bangladesch und dem Iran einen Preis für couragierte Berichterstattung bekommen. An der Preisverleihung der International Women's Media Foundation in New York nahmen am Dienstag im New Yorker Hotel Waldorf-Astoria mehr als 500 Gäste teil.

"Ich mache nur meine Arbeit"

Die 40-jährige Anja Niedringhaus, die aus Konfliktregionen wie dem Kosovo und dem Irak berichtet, sagte in ihrer Dankesrede, mutig seien vor allem die Leidtragenden von Konflikten. "Ich mache nur meine Arbeit, um mit meiner Kamera und meinem Herzen über den Mut der Menschen zu berichten." Seit sie von ihrem Großvater mit sieben Jahren einen Globus geschenkt bekommen habe, habe sie sich für alles interessiert, was in der Welt passiere. Mit ihrer Arbeit wolle sie der Öffentlichkeit einen Einblick in das Leiden von Menschen vermitteln, sagte Niedringhaus, die für ihre Fotos aus dem Irak zusammen mit zehn AP-Kollegen bereits den diesjährigen Pulitzerpreis für "Breaking News Photography" erhalten hat.

"Mein Stift ist mächtiger als ihre Waffen"

Der Preis "Courage in Journalism" ging auch an Sumi Khan aus Bangladesch und Shahla Sherkat aus dem Iran. Die 35-jährige Sumi Khan berichtet aus Chittagong über die Verfolgung von Minderheiten, Korruption und Kriminalität und nahm dafür wiederholte Drohungen und Angriffe in Kauf. "Die Leute fragen mich immer, ob ich keine Angst habe", sagte die Reporterin in ihrer Ansprache. "Nein, habe ich nicht. Sie haben Angst. Ich glaube, mein Stift ist mächtiger als alle ihre Waffen."

Die 49 Jahre alte Shahla Sherkat gibt im Iran seit 1991 die Monatszeitschrift "Zanan" (Frauen) heraus, in der sie kritisch über gesellschaftliche Tabu-Themen wie häusliche Gewalt berichtet. Wegen ihrer Teilnahme an der Berliner Iran-Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung im April 2000 wurde sie zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Sie legte Berufung gegen das Urteil ein, musste schließlich aber eine Geldstrafe zahlen, die zwei Monatsgehältern entspricht. "Was auch immer an Frauenthemen in meinem Land passiert, bleibt den Adleraugen meines Magazins nicht verborgen", sagte Sherkat in New York. (APA)

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