Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des österreichischen Bundesheers fand Militärparade am Ring statt - Opposition sieht Neutralitätsgedanken vernachlässigt
Wien - Zu einem wahren Volksfest wurde der Nationalfeiertag
im heurigen Gedenkjahr. In der Wiener Innenstadt gab es zu den
Veranstaltungen zum 50. Jahrestag des Beschlusses des
Neutralitätsgesetzes mehr als eine halbe Million Besucher. Einerseits
hatte das renovierte Parlament zu einem Tag der offenen Tür geladen,
andererseits veranstaltete das Bundesheer, das ebenfalls heuer das 50
Jahr-Jubiläum feiert, eine Leistungsschau mit einer der größten
Militärparaden nach dem Zweiten Weltkrieg. Einigkeit gab es zwischen
den Parteien über das Bekenntnis zur Neutralität.
Bereits eine halbe Million Menschen besuchte die Leistungsschau von Bundesheer und zivilen Hilfsorganisationen am
Heldenplatz und Rathausplatz in Wien. Insgesamt wurde mit
annähernd 650.000 Menschen gerechnet, teilte die Rathauskorrespondenz
mit.
Militärparade
Höhepunkt der Feiern war die große Militär-Parade auf der Wiener
Ringstraße. 4.200 Soldaten, knapp 180 Panzer und sogar
Haflinger-Pferde waren auf der Prachtstraße zu sehen. Vor den
Ehrengästen mit Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler
Wolfgang Schüssel (V) an der Spitze defilierten auch Vertreter der 24
anderen EU-Staaten und der Signatarmächte des Staatsvertrags vorbei.
"Lufttreffen"
Das Bundesheer hat außerdem 100 Hubschrauber und Flugzeuge für ein
"Lufttreffen" aufgeboten. Die Draken gaben ihre Abschiedsvorstellung
im Himmel über Wien. Eine Premiere war ein Verband mit vier
Eurofightern aus Deutschland, Großbritannien, Italien und von der
Herstellerfirma EADS.
Der Andrang der Bevölkerung zur Leistungsschau von Bundesheer und
zivilen Hilfsorganisationen hatte schon in den Morgenstunden
eingesetzt. Am Heldenplatz, Rathausplatz und Ring schoben sich die
Menschen von einem Veranstaltungsort zum anderen. Schlangen gab es
natürlich vor den Eurofighter-Modellen und Draken, wo vor allem
jugendliche Besucher einen Blick ins Cockpit der Kampfjets werfen
wollten.
Geduld war auch notwendig, wenn man das renovierte Parlament und
das Palais Epstein besuchen wollte. Nationalratspräsident Andreas
Khol (V) konnte 13.500 Besucher begrüßen. Die Gäste - unter ihnen
auch zahlreiche Touristen - nahmen Wartezeiten bis zu einer halben
Stunde in Kauf. Um 13 Uhr war Schluss. Wer sich umsonst angestellt
hat, kann das Parlament beim nächsten Tag der offenen Tür am
Nationalfeiertag 2006 besuchen. Khol plant außerdem eine derartige
Veranstaltung im Mai.
(APA)