DFB-Pokal: Aue ließ Bayern zittern

2. November 2005, 15:55
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1:0-Erfolg der Münchner - Stuttgart scheitert in Rostock - 0:6-Debakel für Schalke - Lautern-Trainer Henke beleidigt Erfurter: "Scheiß Ossis"

Hamburg - Nach dem Fehlstart in die Deutsche Fußball-Bundesliga sind der VfB Stuttgart und Trainer Giovanni Trapattoni im DFB-Cup schon in der zweiten Runde k.o. gegangen. Die Schwaben kassierten am Mittwochabend beim Bundesliga-Absteiger FC Hansa Rostock eine blamable 2:3-Niederlage. Auch die Erstligisten Bayer 04 Leverkusen (2:3 beim Hamburger SV), Borussia Mönchengladbach (0:3 bei Hertha BSC) und der MSV Duisburg (2:3 beim TSV 1860 München) verpassten den Sprung ins Achtelfinale am 20. und 21. Dezember.

Zittersieg für Bayern

Mit Müh und Not kämpfte sich Cup-Verteidiger Bayern München eine Runde weiter. DFB-Team-Kapitän Michael Ballack traf beim Außenseiter Erzgebirge Aue erst zehn Minuten vor Schluss per Kopf zum 1:0 für den Rekordmeister und Champions-League-Gegner von Rapid. Der Zittersieg gegen den engagierten Zweitligisten aus Sachsen war bis zuletzt in höchster Gefahr.

Stranzl out

Hansa Rostock lag gegen den VfB, bei dem Martin Stranzl durchspielte, durch den frühen Treffer von Thomas Hitzlsperger (2.) zwar zurück, erholte sich aber schnell von dem Schock und stellte noch vor der Pause die Weichen auf Sieg: Marcel Schied (16.), Rade Prica (23.) und Magnus Arvidsson (41.) ließen die Fans im Ostseestadion jubeln. Das 2:3 der Gäste durch Danijel Ljuboja (82.) kam zu spät.

Starker HSV

Vor 36.000 Zuschauern in der AOL-Arena wurde der HSV zunächst kalt erwischt: Dimitar Berbatow brachte Bayer Leverkusen bereits in der zweiten Minute in Führung; nach dem Ausgleich durch Abwehrchef Daniel van Buyten (55.) traf Sergej Barbarez (62.). Nach dem 2:2 durch den Bulgaren Berbatow (81.) machte der Schweizer Raphael Wicky (84.) den Sieg der Hanseaten perfekt.

HSV und Löwen weiter

Vier Tage nach dem Bundesliga-Sieg gegen Mainz erledigte Hertha BSC auch im Pokal die "Hausaufgaben": Beim 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach trafen Malik Fathi (35.), Ellery Cairo (51.) und Thorben Marx (80.) für die Berliner. Die Münchner "Löwen", Dritter der 2. Liga, zeigten vor dem MSV Duisburg keinen Respekt: Jiayi Shao (37.) und Matthias Lehmann (42.) brachten den unterklassigen Verein in Führung, nach der Pause trafen Markus Anfang (48.) und Dirk Lottner (66.) für die Gäste. Die Tor zum Achtelfinale stieß Nemanja Vucicevic (85.) mit dem 3:2 auf. Harald Cerny spielte auf Seiten der Münchner bis zur 69. Minute.

Schalke erbärmlich

Vorjahres-Finalist FC Schalke 04 ist in der zweiten Runde sang- und klanglos aus dem deutschen Fußball-Cup ausgeschieden. Die in der Bundesliga als einziges Team noch unbesiegten Knappen erlebten am Dienstag ein 0:6-Debakel bei Aufsteiger Eintracht Frankfurt, der ebenso wie die Liga-Konkurrenten Werder Bremen (5:4 im Elfmeterschießen gegen den VfL Wolfsburg), Hannover 96 (2:1 bei Alemannia Aachen), 1. FC Kaiserslautern (4:2 bei Rot-Weiß Erfurt) und 1. FC Nürnberg (3:0 gegen Dynamo Dresden) ins Achtelfinale einzog.

St. Pauli beachtlich

Als einziger Drittligist erreichte der FC St. Pauli die dritte Runde, die am 20./21. Dezember ausgetragen wird. Die Hamburger schalteten sensationell Zweitliga-Spitzenreiter VfL Bochum mit 4:0 aus.

Elferschießen in Bremen

Die Frankfurter Eintracht (ab der 83. Minute mit Markus Weissenberger) feierte mit dem Pokal-Coup gegen die "Königsblauen" bereits den dritten Erfolg nacheinander. Der fünffache Cupsieger Bremen wendete mit dem 5:4 im Elfmeterschießen eine Pokal-Pleite ab. In den 120 Minuten zuvor konnten sich die Bremer erneut auf Miroslav Klose verlassen. Der in der Liga schon zehn Mal erfolgreiche Nationalstürmer traf zwei Mal (89./105.), für die Wolfsburger war jeweils Steve Marlet (64./120.) erfolgreich.

Wirbel in Erfurt

Trotz eines Doppelschlag von Boubacar Sanogo (25./26.) musste der 1. FC Kaiserslautern ohne den Österreicher Jürgen Macho bis zur letzten Viertelstunde um das Weiterkommen beim Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt bangen. Kaiserslautern-Coach Michael Henke sorgte für Aufregung, als er einen Spieler und den Trainer der Erfurter als "Scheiß-Ossis" bezeichnete. Henke entschuldigte sich, Klubchef Rene C. Jäggi kündigte eine 10.000-Euro-Spende für den Erfurter Nachwuchs an, das reicht dem Klub aber nicht. "Ich kann die Entschuldigung nicht akzeptieren, er hat eine ganze Region beleidigt", sagte Rot-Weiß-Trainer Pawel Dotschew.

Zwei Tore von Thomas Brdaric (9.-Foulelfmeter/82.) verhalfen Hannover 96 zu einem glücklichen Sieg in Aachen. In den beiden Zweitliga-Vergleichen setzten sich der SC Freiburg (mit Andreas Ibertsberger) und die SpVgg Unterhaching (ohne Stieglmair) durch. (APA/dpa)

Zweitrunden-Ergebnisse des DFB-Cups:

Dienstag:

  • FC St. Pauli - VfL Bochum 4:0
  • Rot-Weiß Erfurt - 1. FC Kaiserslautern (ohne Macho) 2:4
  • SpVgg Unterhaching (ohne Stieglmair) - 1. FC Saarbrücken 2:1 n.V.
  • Werder Bremen - VfL Wolfsburg 5:4 i.E. (2:2)
  • Eintracht Frankfurt (mit Markus Weissenberger ab der 83. Minute, ohne Stefan Lexa) - FC Schalke 04 6:0
  • 1. FC Nürnberg - Dynamo Dresden 3:0
  • Alemannia Aachen - Hannover 96 1:2
  • SC Freiburg (mit Ibertsberger) - Eintracht Braunschweig 4:1

    Mittwoch:

  • Hamburger SV - Bayer Leverkusen 3:2
  • TSV 1860 München (Cerny bis 69.) - MSV Duisburg 3:2
  • Arminia Bielefeld - Energie Cottbus 2:1
  • Hansa Rostock - VfB Stuttgart (Stranzl) 3:2
  • Kickers Offenbach - Karlsruher SC 2:1
  • Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach 3:0
  • VfL Osnabrück - FSV Mainz 05 2:4 n.E.,
  • Erzgebirge Aue - Bayern München 0:1
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      Der bedauernswerte Schalke-Keeper Frank Rost.

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      Das Glücksengerl der Bayern: Michael Ballack.

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