Mehlis: Untersuchungsausschuss wurde "mehrfach bedroht"

3. November 2005, 13:22
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UNO-Sonderermittler präsentiert vorläufigen Untersuchungsbericht vor Weltsicherheitsrat

New York - Gegen den Untersuchungsausschuss der UNO zum Mordfall Hariri hat es nach Angaben des deutschen Sonderermittlers Detlev Mehlis mehrfach Drohungen gegeben. Bei den Ermittlern seien "etliche Drohungen" eingegangen, welche das Sicherheitspersonal als glaubhaft eingestuft habe, sagte Mehlis am Dienstag vor dem Weltsicherheitsrat in New York.

Für seine Mitarbeiter und ihn hätten von Anfang an außergewöhnlich strenge Sicherheitsmaßnahmen gegolten, und Sicherheit werde auch eines der wichtigsten Anliegen sein, wenn die Ermittler nun bis Mitte Dezember weiterarbeiteten. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen werde die Gefahr für das Team nun aber noch größer, "besonders nach der Veröffentlichung des Berichts", betonte Mehlis.

Der Sonderermittler erläuterte vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen seinen Bericht zum Mordanschlag auf den früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri heuer im Februar. Dem am Donnerstag veröffentlichten Text zufolge handelten die Attentäter mit dem Einverständnis hoher syrischer Geheimdienstbeamter. Der Bericht belastet auch Familienangehörige des syrischen Präsidenten Bashar Assad. Die Vereinigten Staaten aber auch Frankreich und Großbritannien wollen Damaskus mit einer Entschließung des Sicherheitsrates dazu bringen, uneingeschränkt mit den internationalen Ermittlern zusammenzuarbeiten. (APA)

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