Eine Taskforce für Klinsmann

2. November 2005, 15:55
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Nach Gipfel in Frankfurt: Weisenrat soll dem deutschen Teamchef in Zukunft dessen schwere Bürde etwas erleichtern

Wien - Das Gipfeltreffen in Sachen Krise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von Teamchef Jürgen Klinsmann auf der einen und Spitzenvertretern von Bundesliga sowie DFB auf der anderen Seite, gebar eine "Taskforce Nationalelf". Diese soll den zuletzt immer stärker in die Kritik geratenen Klinsmann in seiner Arbeit unterstützen (offizielle Version) und diesen vermutlich auch ein bisschen enger an die Kandare nehmen. Immerhin klafft zwischen dem Anspruch, 2006 im eigenen Land den WM-Titel anlanden zu wollen und den zuletzt dürftigen Leistungen der deutschen Mannschaft ein Canyon von bedenklicher Tiefe.

Vorsitzender des Gremiums, das nach der erfolglosen EM 2000 schon einmal eingerichtet worden war, wird Bayern-Manager Uli Hoeneß - er hatte mit den schärfsten Attacken gegen Klinsmann aufgewartet. ("Der soll hierher kommen und nicht ständig in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen".) Auch Liga-Präsident Hackmann, Rudi Assauer, sowie Vertreter von VfB Stuttgart, Hertha Berlin und Borussia Dortmund sind im Weisenrat mit von der Partie.

Trotzdem das Meeting vom Dienstag in Frankfurt als konstruktiv und offen gelobt wurde (Karl-Heinz Rummenigge: "Wir haben uns als Freunde getrennt.") , hält Klinsmann offenbar weiter an der Rotation im Teamtor fest und will auch künftig seinen Wohnsitz in Kalifornien nicht gegen einen solchen in Deutschland tauschen. Beides wurde von seiten der Klubvertreter immer wieder bemängelt. Der Teamchef versprach jedoch, fürderhin öfter vor Ort präsent sein zu wollen.

Auf jeden Fall sollen Meinungsverschiedenheiten ab sofort nicht mehr in die Öffentlichkeit getragen werden, sondern intern behandelt werden. Das hätten sich die Diskutanten "in die Hand versprochen", wie Hackmann betonte. Schon bald könnte dieses Agreement seinen ersten Härtetest zu bestehen haben: im nächsten Vorbereitungs-Match wartet im November mit Frankreich eine harte Nuss auf die Deutschen. (rob)

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    Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründ' ich einen Arbeitskreis: Karl-Heinz Rummenigge, Jürgen Klinsmann und DFB-Co-Boss Gerhard Mayer-Vorfelder.

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