Mit Deckel am Becher gegen Vergewaltigerdroge

27. Oktober 2005, 07:45
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Becher hermetisch verschlossen - Droge GHB wirkt enthemmend - Oft auf dem Weg von der Bar zum Opfer in den Drink gemischt

Nizza - Ein hermetisch dichter Wegwerfbecher soll potenzielle Vergewaltiger in Nachtclubs und Diskotheken künftig daran hindern, ihren Opfern gefügig machende Drogen zu verabreichen. Ab Jänner werde das "Billglas" zunächst in italienischen Nachtclubs getestet, kündigten seine Erfinder Stephane Mathieu und Richard Bille im südfranzösischen Nizza an.

Glas von unten befüllt

Der längliche Plastikbecher wird von unten befüllt und bei der Ausgabe des Getränks an der Bar verschlossen. Trinken lässt sich der Inhalt nur mit einem Strohhalm. Mathieu und Bille verwiesen darauf, dass die so genannten Vergewaltigerdrogen häufig auf dem Weg von der Bar zum Opfer in die Drinks gemischt würden. Mit dem "Billglas" sei das höchstens per Spritze möglich, was aber auffallen würde.

Das Glas soll laut seinen Erfindern vor allem den Einsatz der farblosen Partydroge GHB verhindern, die in geringen Mengen enthemmend wirkt und das Sexualverlangen steigert. In größeren Mengen oder in Verbindung mit Alkohol kann Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB), die in den sechziger Jahren als Narkosemittel entwickelt wurde, zu Erbrechen, Atembeschwerden oder gar zum Koma führen. Häufig kommt es zum Verlust der Erinnerung während der Rauschzeit.

"Unterschätzt"

Das GHB-Problem werde bei weitem unterschätzt, sagte Mit-Erfinder Richard Bille, der als Rausschmeißer in einem Nachtclub in Nizza arbeitet. "Es wird nur in extremen Fällen von Vergewaltigung darüber gesprochen. Aber sehr oft erlaubt es GHB auch, mit dem enthemmten Opfer zu spielen, "das keinerlei Erinnerung an die Ereignisse behält, außer einem schlechten Gefühl". GHB werde seiner Erfahrung nach "jeden Tag in jedem Nachtclub" verabreicht, betonte Bille. (APA/AFP)

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