2,2 Millionen arbeitsbedingte Todesfälle

7. November 2005, 14:30
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Ungezügelter Wettbewerb gehe oft zu Lasten von Sicherheit und Arbeitnehmer-Rechten kritisiert die International Labour Organization

Düsseldorf - Bei Arbeitsunfällen und an berufsbedingten Erkrankungen sterben jährlich 2,2 Millionen Menschen. Das teilte die International Labour Organization (ILO) am Dienstag auf der weltweit größten Messe für Arbeitsschutz, der A+A, in Düsseldorf mit.

Das rasante Wachstum des internationalen Handels und grenzüberschreitender Investitionen berge erhebliche Risiken für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, erklärte der Exekutivdirektor der ILO, Kari Tapiola. Er kritisierte, dass ungezügelter Wettbewerb oft zu Lasten von Sicherheit und Arbeitnehmer-Rechten gehe, etwa wenn die Produktion in Länder verlagert werde, in denen die Sozial- und Sicherheitsstandards bei der Arbeit vergleichsweise niedrig seien.

Asien besonders gefährdet

Vor allem in Asien lässt sich laut ILO eine Zunahme von tödlichen Arbeitsunfällen beobachten. Gefahren für die Gesundheit von Arbeitnehmern entstünden jedoch nicht nur in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Auch in vielen Industrieländern wachse mit der globalen Konkurrenz der Druck auf die Arbeitnehmer, so dass diese mit teilweise verkleinerter Belegschaft immer mehr arbeiten sollen, warnte die ILO. Die Zahl der Arbeitsunfälle in den Industrieländern sei zwar rückläufig, doch die Häufigkeit psychosozialer Erkrankungen nehme stark zu. Diese Entwicklung bringe nicht nur hohe menschliche, sondern auch ökonomische Kosten mit sich. (APA/AP)

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