Gewerkschaften rufen wegen EdF-Börsengang zum Streik auf

7. November 2005, 13:30
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Im Konflikt um geplante Teilprivatisierung des staatlichen französischen Energiekonzerns EDF drohen Gewerkschaften mit Streik

Paris - Im Konflikt um die geplante Teilprivatisierung des staatlichen französischen Energiekonzerns EDF drohen die Gewerkschaften jetzt offen mit Streik. Nach einem Treffen am Montagabend riefen die EDF-Mehrheitsgewerkschaft CGT und die kleinere Force Ouvriere (FO) zu Arbeitsniederlegungen ab dem 8. November auf. Ziel sei es, die Regierung zu einer breiten öffentlichen Debatte über die Zukunft von Electricite de France (EDF) zu bringen und eine Privatisierung im Schnelldurchgang zu verhindern.

Neben Arbeitsniederlegungen sind ab November laut Gewerkschaftskreisen auch gezielte Stromabschaltungen geplant. Diese richteten sich in der Vergangenheit oft gegen die Privathäuser von Politikern. Daneben wurden die EdF-Beschäftigten zu "Robin-Hood"-Aktionen aufgerufen, bei denen arme Familien, denen wegen unbezahlter Rechnungen der Strom abgeschaltet wurde, wieder ans Netz angeschlossen werden.

Petition und Wiederverstaatlichung

Die kommunistische CGT will Premierminister Dominique de Villepin am Dienstagmittag eine Petition mit 100.000 Unterschriften für einen hundertprozentigen Verbleib des Konzerns in Staatsbesitz überreichen. Im ganzen sollten Land EdF-Beschäftigte vor den Präfekturen ihrer Departements demonstrieren. Die oppositionellen Sozialisten versprachen, EdF wieder zu verstaatlichen, wenn sie im Superwahljahr 2007 an die Macht kommen.

Die EdF ist in Österreich mit einer Sperrminorität an der steirischen EStAG beteiligt und in Deutschland Großaktionär bei EnBW, die nach eigenen Angaben knapp 30 Prozent an der niederösterreichischen EVN hält. EdF hat weltweit 36,2 Millionen Kunden, davon rund 28 Millionen in Frankreich. Der Umsatz betrug im Vorjahr 46,9 Mrd. Euro, der Nettogewinn 1,34 Mrd. Euro. Beschäftigt sind rund 161.000 Mitarbeiter. (AFP)

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    Neben Arbeitsniederlegungen sind ab November laut Gewerkschaftskreisen auch gezielte Stromabschaltungen geplant.

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