J.C. Flowers zieht Gebot für Refco Terminkontrakt-Sparte zurück

11. November 2005, 13:17
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Andere Firmen traten indes neu in den Bieterwettstreit ein - höchstes bekanntes Angebot für die Sparte liegt derzeit bei 858 Millionen Dollar

New York - Das Konsortium J.C. Flowers hat sein Angebot für den Terminkontrakt-Bereich des bankrotten US-Brokers Refco Inc zurückgezogen. Andere Firmen traten indes neu in den Bieterwettstreit ein. Das höchste bekannte Angebot für die Sparte liegt derzeit bei 858 Mio. Dollar (718 Mio. Euro). Im Konkursverfahren ist die BAWAG der größte Gläubiger.

J.C. Flowers zog am Montag sein Gebot zurück, nachdem ein US-Konkursgericht verlangt hatte, Flowers müsse den geforderten break-up fee von 15 auf fünf Mio. Dollar kürzen. Die Interactive Brokers Group hob indes ihr Gebot auf 858 Mio. Dollar an und liegt damit vor einer Konsortium aus den USA und Dubai, das 828 Mio. Dollar bietet.

Entscheidung nicht dringlich

Eigentlich sollte das Gericht am Montag über das Flowers-Offert entscheiden. Nach dem Auftreten neuer Bieter hatte es aber entschieden, dass eine Entscheidung nicht dringlich sei. Auch die Man Financial und die Marathon Asset Management LLC haben ihr Interesse an der Sparte angemeldet. Nach Angaben aus Kreisen ist zudem die Apollo Management LLC interessiert.

Refco war vor der Krise der größte unabhängige Rohstoff- und Terminkontrakt-Broker in den USA und erst vor zwei Monaten an die Börse gegangen. Er verwaltete mehr als 200.000 Kundendepots und beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter. Auslöser der Krise war eine Anklage gegen Ex-Refco-Chef Phillip Bennett wegen Wertpapierbetrugs im Umfang von mehreren hundert Millionen Dollar.

Vorgeschichte

Refco hatte Bennett jüngst entlassen, nachdem bekannt wurde, dass der 57-Jährige eine Firma kontrolliert hat, die Refco 430 Mio. Dollar schuldete. Bennett hatte das Geld zwar zurückgezahlt. Einige Refco-Kunden sahen aber das Vertrauen zerstört und zogen ihr Geld ab. Der Bereich Terminkontrakte arbeitet weiterhin und hat keinen Konkurs angemeldet. Refco hatte am Freitag erklärt, ein schneller Verkauf des Bereichs sei angesichts der prekären Lage äußerst wichtig. (APA/Reuters)

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