Nach FACC-Entscheidung für Ober­österreich nimmt Androsch den Hut

31. Oktober 2005, 13:04
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Der Luftfahrtzulieferer FACC wird sein viertes Werk im Innkreis bauen - Der ins Steirische drängende Miteigentümer Hannes Androsch zog damit den Kürzeren

Linz - Der oberösterreichische Luftfahrtlieferant Fischer Advanced Composite Components (FACC) wird sein neues, viertes Werk in Reichersberg im Bezirk Ried im Innkreis bauen, in unmittelbarer Nähe des Firmensitzes sowie vorhandener Werke. Fohnsdorf im steirischen Bezirk Judenburg ist damit als Standort aus dem Rennen.

Diese knappe Mitteilung von Aufsichtsrat und Vorstand am Montagnachmittag beendete ein monatelanges Tauziehen zwischen den Eigentümern im Streit. Je 47,5-Prozent halten die Fischer GmbH des Skifabrikanten Fischer sowie die Salinen AG, an der Hannes Androsch und die Raiffeisenlandesbank OÖ (RLB OÖ) wesentliche Anteile halten.

Fünf Prozent der FACC hält FACC-CEO Walter Stephan. Androsch hatte wiederholt Fohnsdorf favorisiert, mit seinen regionalpolitischen Interessen jedoch den Kürzeren gezogen.

Androsch zieht den Kürzeren

Unmittelbar nach der Sitzung wurde bekannt, dass Androsch den Aufsichtsratsvorsitz zurückgelegt hat. Androsch hatte sich gemeinsam mit seinen Partnern Willi Dörflinger und Thomas Joszeffi für den Bau des neuen Werks im steirischen Fohnsdorf ausgesprochen.

Raiffeisen Oberösterreich-Generaldirektor Ludwig Scharinger habe sich jedoch gemeinsam mit den Vertretern der Fischer-Skifabrik und der FACC-Führung durchgesetzt, obwohl der Vorstand zu Beginn der Sitzung noch eine Entscheidung für Fohnsdorf vorgeschlagen habe, erklärte Androsch weiter.

Ob er nach seinem Rückzug aus dem Aufsichtsrat auch seine Anteile an FACC abgeben wird, wollte Androsch noch nicht kommentieren. "Das werde ich mir zu gegebener Zeit überlegen", erklärte Androsch.

Ungeklärte Nachfolge

RLB OÖ-Generaldirektor Scharinger wollte zum Rücktritt Androschs vorerst keinen Kommentar abgeben. Laut Androsch hätte die Steiermark den neuen Standort mit zwölf Millionen Euro unterstützt. Wer nach seinem Rückzug aus dem Aufsichtsrat das Ruder bei FACC halten wird, sei jetzt einmal offen. "Heute hat es aber zunächst einmal Scharinger in die Hand genommen", erklärte Androsch.

Gestorben sind mit der FACC-Entscheidung für das neue Werk in Oberösterreich auch Pläne für eine neue Androsch-Dörflinger-Aircraft (ADA), in die Investitionen der FACC ausgelagert werden und womöglich mit der Aircraft-Sparte der High Tech Plastic AG (HTP) fusioniert werden hätte sollen, an der Androsch ebenfalls beteiligt ist. (APA, spu, (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26.10.2005)

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FACC
  • Verlässt den FACC-Tisch als Aufsichtsrats- vorsitzender: Unterlegener Miteigentümer und Fohnsdorf-Fan Hannes Androsch.
    foto: der standard/corn

    Verlässt den FACC-Tisch als Aufsichtsrats- vorsitzender: Unterlegener Miteigentümer und Fohnsdorf-Fan Hannes Androsch.

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