Ursula Stenzel nahm sich des Unmuts vieler Bewohner des 1. Bezirks über die Krawallisierung und Verdorfung der City an - und machte trotz leicht jenseitiger Ansagen ("Privatparks wie in London") locker zehn Prozent plus. Am anderen Ende des sozialen Spektrums sprach (oder bellte) Strache jene Unterschichten an, die die "Ausländer" draußen oder wenigstens schlecht behandelt haben wollen. Macht 15 Prozent, und zwar praktisch aus dem Stand, weil nach der Abspaltung des BZÖ die alten Messkriterien (20 Prozent für die FPÖ noch 2001) nicht mehr galten.
Strache hat natürlich die klassischen Ausländerfeinde angesprochen (Typus: aggressiv-weinerlicher Frühpensionist in der Stehweinhalle), aber er muss auch einen Teil jener eher bürgerlichen kleinen Geschäftsleute, mittleren Angestellten und Beamten mitgenommen haben, die man im täglichen Kontakt immer wieder ein ziemlich massives Unbehagen an der "Ausländer"-Situation äußern hören kann.
Das bedeutet auf Bundesebene kurzfristig nichts Gutes. Die ÖVP wird nun noch mehr ihren internen Slogan umsetzen, dass "rechts von uns nur noch die Wand" sein darf. Das "Fremdenpaket", der Umgang mit Asylwerbern und die Verschärfung des Staatsbürgerschaftrechtes waren schon schöne Vorleistungen, es wird jetzt noch schlimmer kommen. Die Wiener SPÖ hat sich auffällig anständig und klug verhalten. Sie machte auf den Kinderjäger-Passus im Staatsbürgerrecht aufmerksam, wonach ausländische Schulsitzenbleiber nicht die Staatsbürgerschaft bekommen sollen. Sie betreibt eine überlegte Integrationspolitik. Zu fürchten ist, dass die Bundes-SPÖ, die sich schon beim "Fremdenpaket" einbinden und hereinlegen ließ, mit den Wölfen heulen wird.
Aber: Es gibt ein "Ausländerproblem", und es muss mittel- bis langfristig angegangen werden. Die jahrzehntealte Einwanderung aus der Türkei und Ex-Jugoslawien hat sich aus der ungebildeten Schicht dieser Länder rekrutiert. Das wäre nicht das Problem, würde nicht die zweite und dritte Generation auch sehr langsam bis gar nicht aufsteigen. Der soziale Aufstieg der Neuösterreicher ist sehr langsam, nicht nur wegen zweifellos vorhandener Diskriminierung, sondern auch wegen der rigiden gesellschaftlichen Strukturen dieser Einwanderer.
Die Muslime unter ihnen kapseln sich außerdem noch zusätzlich ab, es entsteht eine Parallelgesellschaft mit einem großen Überhang an schlecht ausgebildeten, arbeitslosen jungen Männern mit entsprechend aggressivem Gehabe. Die tägliche Erfahrung mit einer abgeschotteten Parallelgesellschaft und ihren zornigen jungen Männern wird von vielen an sich Gutwilligen als Bedrohung empfunden.
Eine politische Antwort darauf zu finden ist langwierig und mühsam. Es muss in Bildung investiert werden, um die Perpetuierung von schlecht ausgebildeten Einwandererschichten ohne Perspektive zu verhindern. Es muss sanfter Assimilationsdruck auf die Parallelgesellschaften ausgeübt werden. Allein die Behandlung der Frauen und Mädchen darf nicht mehr so hingenommen werden (auch weil durch das Dummhalten der Mädchen wertvolle Ressourcen verschwendet werden).
Das wird weitere Erfolge der Straches nicht verhindern. Aber andererseits können wir uns eine permanente Unterschicht, und das sind "die Ausländer" großteils, einfach nicht leisten, weder wirtschaftlich noch politisch-kulturell. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.10.2005)
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Ein ernst gemeinter Sinneswandel Straches hätte es bis zur Wahl nicht in die Köpfe der Wiener geschafft
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Nix gegen Islam, nix gegen Ausländer und Multikultur = sehr gut.Das große ABER: Gegenseitige Öffnung und Loslösung traditioneller Bindungen scheint unumgänglich. Das gilt für Zuwanderer ebenso wie für das Land, das seine Grenzen öffnet.Ein "Nebeneinander" verschiedener, erstarrter Traditionen schafft Konflikte und islamische Lehrbücher, in denen beschrieben wird, wie man eine Frau schlagen darf haben an österreichischen Schulen nix verloren. aber das wurde ja mittlerweiler erkannt.Von Multikultur kann ich erst reden, wenn sich die Traditionsgrenzen lockern und da gehören 2 dazu.
Natürlich: Die christliche, vor allem katholische "Tradition" is da auch sehr gefordert, sich selbst zu überdenken. Ebenso wie der Islam. 1867 Jahre dauert das noch
.....bin selber Ausländer der sogenannten 2.Generation und habe Verständniss für die Strache-Wähler ... was hier in den Randbezirken für unsoziale Ausländer herumlaufen ist schlicht unakzeptabel! ... und ja, man muß sich fürchten in der Nacht im 16ten oder 15ten auf die Straße zu gehen; man darf sogar niemanden ansehen ohne angepöpelt zu werden ... und ja, es ist beschämend das die sogenannte 2.Generation noch immer NUR an deren völlig veralteten kulturellen Werten festhält ... von den Deutschkenntnissen ganz zu schweigen ... meiner meinung nach hätten'''s noch mehr Stimmen verdient die Blauen... ich bin stolz auf jeden Österreicher der noch immer die Augen verschließt aber dies ist falscher Stolz und der falsche Weg!
das ist vollkommen richtig. investiert in deutschkurse, investiert in bildung, investiert in integration etc. etc.
wann kommt der staat ö endlich auf den kern: es muss in eigene bürger investiert werden, die zu hause eh schon deutsch lernen, bildung von den eltern bezahlt bekommen und vollkommen integriert sind. wieso auf zuwanderung setzen?
offensive integrationspolitik wuerde bedeuten, einwanderern und ihren kindern dieselben moeglichkeiten anzubieten wie inlaendern. also bildungszugang, foerderung bei schwierigkeiten in der schule, hilfe bei der arbeitsplatzsuche und weiterbildung, bei der wohnungssuche, ein angebot an guenstigen (sozial)wohnungen, eine perspektive fuer die staatsbuergerschaft. dazu gehoert viel (politischer) mut und viel geld.
strache will das genaue gegenteil - groesstmoegliche restriktionen und schikanen fuer auslaender, kein weiterer zuzug und so schlechte behandlung derer, die da sind, dass sie entweder wieder gehen oder zumindest nicht auf die idee kommen, ihre familien nachzuholen.
das kann nie zusammengehen.
die von ihnen beschriebenen moeglichkeiten von "inlaendern" kann ich nicht erkennen: bildungszugang - studiengebuehren und ueberlaufene studienrichtungen; foerderung bei schwierigkeiten in der schule - eltern bezahlen notwendige nachhilfe (dank bester bildungspolitik) selbst; hilfe bei der arbeitsplatzsuche und weiterbildung - sie meinen aber nicht das AMS?; wohnungssuche - mir hat niemand geholfen; guenstigen (sozial)wohnungen - nicht in wien hauptgemeldete personen haben KEINEN anspruch hierauf.
man sollte auslaender nicht diskriminieren und ihnen das leben nicht unnoetig schwer machen, aber man braucht auch nicht geschenke verteilen, die man den eigenen buergern verwehrt.
Die demographische Überwucherung durch einen kulturlosen, einem obskuranten Islamismus nachhängenden Mob, der noch dazu in kriminalitätsanfälligen Clan-Strukturen agiert, wird von Angehörigen aller Gesellschaftsschichten als Bedrohung empfunden.
Wir brauchen die Diskussion über die Leitkultur, unser christliches Erbe, das ja alle Gutmenschen - ohne es zu akzeptieren - weitertransportieren und über den Nichtbeitritt der Türkei.
Es wird Zeit, daß unsere gehirnweiche Toleranz gegenüber islamistischen Verschwörern, die die entstandene Parallelgesellschaft infiltrieren, einem entschlossenen Durchgreifen weicht.
Eigentlich eine Schande für grüne Gutmenschen, daß Strache einen Wahlslogan von 'Freien Frauen statt Kopftuchzwang' landen kann ;-
Was dabei herauskommt, wenn jemand durch seine bürgerliche Hornbrille sieht, um die Realität zu verdichten, exerziert Hans Rauscher hier vor. Er und Sie machen sich Sorgen um islamische Einwanderer. Seltsam, daß Sie beide sich keine Sorgen um die Döblinger Salons machen, die eine mindestens genauso hermetische "Paralellgesellschaft" darstellen, die im Unterschied zu Immigranten bloß über mehr Macht- und Einflußmittel verfügt. Das Ganze verpacken Sie beide hübsch und nennen es "Ausländerproblem", statt ihm den Namen zu geben, den es wirklich verdient: Gerechtigkeitsproblem
nehm das mit dem "gutmensch zurück".
Bin nämlich beim zweiten mal lesen Ihres teilweiße "wirren" artikels draufgekommen daß ich gar nicht weiß worauf Sie eigentlich hinauswollen.
Der Überwiegender Teil der "Ausländer" leben in Österreich wie bereits erwähnt in einer finanziell weniger gut ausgestatteten "Schicht". -FAKT. Jene Österreicher, welche sich im selben sozialen Umfeld bewegen, zeigen die selben Verhaltensweisen, Gruppenbilidungen, ect. wie deren "ausländische" Nachbarn.
Ein türkisches Baby ist nicht aggressiver als ein österreichisches...
Darum muss man, insbesondere "Ausländern" den Zugang zu Bildung und damit gesellschaftlichem Aufstieg zu ermöglichen.
Man sollte sich nicht derart voreingenommen mit einer Thematik befassen und groß Probleme aufzeigen ohne vorher einen einzigen Gedanken an die Gründe oder einen Lösungsansatz verschwendet zu haben.
und ja es wird zeit die bildungschancen von migrantInnen endlich zu verbessern! aber das wird nur funktionieren wenn unsere österreichischen bildungseliten nicht immer nach ihrem bauchempfinden argumentieren!
rauscher argumentiert an der österreichischen wahrheit vorbei wenn er über "rigide gesellschaftliche Strukturen dieser Einwanderer" redet. der großteil der sogenannten einwanderer kommen aus ex-jugoslawien. ihre rigiden strukturen sind den österreichischen strukturen vergleichbarer bildungsschichten sehr ähnlich.
das österreichische bildunssystem reproduziert soziale schichten, und zwar aller ethien. wenn es dahingehend reformiert wird, können wir uns das "kulturelle" auseinander dividieren sparen.
wie genau soll das gehen, daß schulen keine sozialen schichten reproduzieren? oder anders gefragt: wie mach ich es als elternteil aus dem arbeitermilieu, daß meine kinder zwar in simmering zur schule gehen, aber nachher chancen und status haben, als wären sie ins theresianum gegangen?
mit verlaub, es klingt irgenwie nach polit-blabla, was sie da ablassen. dabei sind die wahlen doch schon vorbei...
viel eher studieren als Kinder von Arbeitern liegt nicht unbedingt an den Kosten. Es liegt an der Vermittlung von Orientierung und Erfahrung durch die Eltern: akademische Eltern dienen bei Bildungsüberlegungen von Kindern als Vorbild oder Richtschnur.
Was soll ein "Arbeitervater", der die Universität nicht kennt, seinem Kind erzählen? Ausserdem wollen viele "Arbeiter-, Gewerbehändler- und Bauerneltern" gar nicht, dass ihre Kinder studieren: denn dann ist ja die vorgesehene Übernahme des Betriebs in Gefahr.
Nicht wenige Arbiterfamilien erfüllt es auch mit Stolz, wenn die Kinder ebenfalls Arbeiter werden.
Aber: Arbeiter gibt es eh immer weniger, die müssen - leider - bald auf die "rote Liste"
viele modelle die sie anscheinend nicht kennen werden in jenen ländern umgesetzt die sehr gute ergebnisse in internationalen studien (ja auch pisa) erzielen. so zB in kanada das einen sehr hohen migrantInnen anteil hat und vor allem damit punktet so früh wie möglich zu fördern, die kinder so lang als möglich in der schule zu behalten und lehrer anstäntig ausbildet und entlohnt.
vieles davon wurde in österreich bereits diskutiert - auch nicht mitbekommen? wenn schulen ab 13 uhr kinder nach hause schicken werden sie dem bildungsstatus der eltern überlassen. wenn mit 10 jahren über ahs oder hauptschule entschieden wird entscheiden die eltern.
nur weil sie die diskussion nicht kennen heißt es nicht das es sie nicht gibt.
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