"Normale", das politische Filmfestival

10. November 2005, 11:48
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Graz - Die "Normale", das politische Filmfestival, findet von 10. bis 13. November nunmehr das dritte Mal statt - und diesmal im Grazer Forum Stadtpark. "Was ist normal?", fragt das Festival, das in Zusammenarbeit von Attac, feministAttac, Forum Stadtpark, globalista.info, Dreikönigsaktion - Hilfswerk der Katholischen Jungschar, Friedensbüro Graz und Arbeiterkammer Steiermark entsteht. Die Antwort? "Normal ist, was uns nicht in den Nachrichten serviert wird.
Normal ist, was uns gerne verschwiegen wird.
Normal ist prekäre Arbeit - selektive Bildung - Schuldenfalle - Steuerparadiese - Gen-Chaos - Menschenhandel - Konzerndiktatur - unfaire Entwicklung - KriegsverliererInnen", so die OrganisatorInnen.

Programmauszüge

  • feministAttac Film-Brunch: "Die Helfer und die Frauen" von Karin Jurschick - Eintritt frei. (Ein Film darüber, wie militärische Verbände und politische Organisationen versuchen, Probleme zu lösen, die sie selbst mit verursacht haben. Das Problem: 'Trafficking', der Handel mit Frauen in die erzwungene Prostitution.)

  • "Texas Kabul - Frauen gegen den Krieg" von Helga Reidemeister. (ein politisches Roadmovie – ein Film, der aus Unruhe entstanden ist, Unruhe provoziert und zum Handeln auffordert. Die Regisseurin ist im Gespräch mit vier Frauen quer über den Globus: * New Delhi, Indien: von dort aus engagiert sich die Schriftstellerin Arundhati Roy gegen Krieg und Globalisierung * Serbien: Stascha Zajovic – eine Frau, die in Belgrad während der Milosevic-Diktatur die Gruppe "Frauen in Schwarz" gründete und wegen ihres Engagements verfolgt wurde * Kabul: Jamila Mujahed ist Herausgeberin der einzigen Frauenzeitschrift in Afghanistan * Houston: Die Amerikanerin Sissy Farenthold brach ihre Karriere nach dem Vietnamkrieg ab, um sich für Menschenrechte zu engagieren)

  • "Das Ende der Chimäre? GMO - genmanipulierte Organismen" von Suzanne Körösi. (Während früher zumeist die Frauen die Hüterinnen des Saatgutes waren, sind es nun Saatguthersteller wie Monsanto und Pioneer, an die jährlich Lizenzgebühr für das Saatgut zu zahlen ist, gleichzeitig müssen auch die notwendigen Pestizide gekauft werden – denn das eine geht ohne dem anderen nicht. Ein kanadischer Landwirt und eine französische Bio-Bäuerin erklären die zerstörerischen Effekte von GMO-Verseuchung und die Verantwortung der LandwirtInnen, die Bevölkerung mit risikoarmer Nahrung zu versorgen.)

    Hintergrund

    "Ein anderer Blick ist möglich!", so die Aufforderung zum Hinschauen, bewusst und aktiv werden. Das "Normale"-Programm bietet Hintergrundinformationen zu (welt-)wirtschaftspolitischen Entwicklungen, die unmittelbaren Einfluss auf unser tägliches Leben haben, sowie Erfahrungen und Perspektiven aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und Ländern. Die Filmvorführungen werden begleitet von themenspezifischen Expertisen und moderierten Gesprächsrunden, bei denen das Publikum am Wort ist.

    Das gesamte Filmprogramm findet sich unter www.normale.at. (red)

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