Austrian Airlines bekommen einen neuen Chef, Sörensen geht 2006

16. November 2005, 14:14
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AUA-Chef Vagn Sörensen verabschiedet sich nach einer fünfjährigen Vorstands­periode - Der Däne könnte zur Industrie­gruppe der Wallenbergs wechseln

Wien - Seit April hat AUA- Chef Vagn Sörensen mit Aussagen, er habe alternative Jobangebote und werde über einen Verbleib bei der AUA bis zum Jahresende entscheiden, Spekulationen über seinen Abgang genährt.

Am Montag gab Sörensen bekannt, dass er seinen Vertrag, der noch bis Ende September 2006 läuft, nicht verlängern wird. Den Offenbarungseid leistete er gleichzeitig mit der Bekanntgabe der (abermals negativen) Zahlen für das dritte Quartal bei einer Pressekonferenz.

ÖIAG bedauert Abgang

Die Staatsholding ÖIAG, mit 39,7 Prozent größter Einzelaktionär der AUA, bedauert den Abgang des Chefs. Das Procedere zur Nachfolgesuche wird vom Aufsichtsrat in der nächsten Sitzung (im Dezember) festgelegt.

"Die Kontinuität im Management wird durch die sehr frühzeitige Befassung der Gremien elf Monate vor Ablauf des Vertrags von Herrn Sörensen bestmöglich sichergestellt", sagte AUA-Aufsichtsratschef und ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch.

Sörensen selbst begründete sein Ausscheiden damit, dass er seine Karriere 20 Jahre ausschließlich im Ausland verbracht habe. "Mit einer weiteren Vertragslaufzeit würden meine Familie und ich weitere vier bis fünf Jahre nicht in Dänemark sein. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich deshalb dazu entschlossen, unseren Wohnsitz im Herbst 2006 in meine Heimat zu übersiedeln."

Gerücht: zu Wallenberg

In der Branche gilt es als eher unwahrscheinlich, dass Sörensen zu einer Fluglinie geht, auch nicht zur skandinavischen SAS, wo er bereits früher war. An der Gerüchtebörse heißt es, er wechselt zum schwedischen Mischkonzern Investor (Familie Wallenberg), zu dem unter anderem Saab, Scania und ABB gehören.

Sörensen sowie seine Vorstandskollegen Josef Burger und Thomas Kleibl, lösten 2001 das Duo Herbert Bammer und Mario Rehulka ab, das von der schwarz-blauen Regierung nicht mehr gewollt wurde. Kandidat für die Sörensen-Nachfolge ist nach wie vor Siemens-Mann und AUA-Aufsichtsrat Alfred Ötsch.

Er werde, wie er am Montag dem STANDARD versicherte, am 13. Dezember seinen Job im Siemens-Österreich-Vorstand beginnen. Ötsch zur Seite könnte ÖBB-Güterverkehrsvorstand Ferdinand Schmidt kommen, dessen Vertrag im Sommer 2006 ausläuft.

Dem Virus Luftfahrt verfallen

Schmidt war vor seinem ÖBB-Job lange Jahre bei der AUA, zuletzt Lauda-Air-Chef. Er sei nach wie vor dem Virus Luftfahrt verfallen: "Ihn juckt es schon lange, in die Luftfahrt zurückzukehren", heißt es. Sollten die beiden künftig die AUA lenken, würde das bedeuten, dass der bestehende Vorstand gehen muss.

Die AUA hat in den ersten neun Monaten 2005 abermals bei Betriebsergebnis und Vorsteuerergebnis Verluste eingefahren. Das Ebit betrug von Jänner bis September minus 77,9 Mio. Euro. Bereinigt lag der Ebit-Verlust bei 36,7 Mio. Euro.

Bereits im Halbjahr lag der Verlust bei knapp 94 Mio. Euro. Der Aktienkurs sank in den letzten sechs Monaten um über 21 Prozent. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26.10.2005)

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    Noch-AUA-Chef Sörensen sucht bereits eine neue Beschäftigung ab 2006.

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