Neue Sozialisten spalten sich

3. November 2005, 11:22
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Parteichef De Michelis sowie mehrere Spitzenvertreter verlassen Protest gegen Ausscheiden aus Berlusconi-Regierung von Craxi junior gegründete Partei

Rom - Die Neue Sozialistische Partei Italiens (Nuovo PSI), die Vittorio Craxi, Sohn des verstorbenen Ex-Regierungschefs Bettino Craxi, vor vier Jahren gegründet hat, spaltet sich. Parteichef und Ex-Außenminister Gianni De Michelis sowie mehrere Spitzenvertreter der Gruppierung verließen die Partei aus Protest gegen den Beschluss von Craxi junior, nach fünf Jahren im Mitte-Rechts-Bündnis von Regierungschef Silvio Berlusconi die Regierungskoalition zu verlassen und mit der Opposition an den Parlamentswahlen im kommenden Jahr teilzunehmen.

De Michelis protestierte beim Parteikongress am Wochenende gegen Craxis Beschluss, Berlusconi den Rücken zu kehren. "Wir können nicht mit den Kommunisten am Wahlkampf teilnehmen", betonte De Michelis. Nach dem Austritt des Ex-Außenministers aus der Partei wurde Craxi Junior per Akklamation zum neuen Parteichef gewählt. Zwischen Vittorio Craxi und De Michelis soll es zu einem rechtlichen Streit um das Parteisymbol, eine rote Nelke, kommen.

Craxi Junior setzt auf die Wahlallianz mit der Opposition, um die Vier-Prozent-Klausel zu überspringen, die laut dem neuen Wahlgesetz für den Eintritt im Parlament notwendig sein wird, und seine Vertreter in die Kammern zu bringen.

Die kleine Neue Sozialistische Partei entstand durch den Zusammenschluss zweier kleiner Parteien, die aus der Sozialistischen Partei hervorgegangen waren. Diese stellte nach dem Zweiten Weltkrieg mehrmals die Regierung, ging aber wie die Christdemokraten in einem Strudel aus Korruption und anderen Skandalen unter. Bei der letzten Wahl erreichte sie nur ein Prozent der Stimmen. (APA)

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    Parteichef und Ex-Außenminister Gianni De Michelis verlässt die "Neue Sozialistische Partei Italiens".

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