Welterbe Kölner Dom: Entscheidung im Dezember

3. November 2005, 19:14
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Stadt im Dilemma zwischen Welterbeerhalt und Stadtentwicklung - Bebauungsplan für strittiges Areal mit Hochhäusern könnte geändert werden

Köln - Die Diskussion um den Erhalt des Welterbestatus für den Kölner Dom wird sich aller Voraussicht nach Mitte Dezember entscheiden. "Dann wird die Entscheidung fallen, ob der aktuelle Bebauungsplan für das rechtsrheinische Deutz mit den Hochhäusern so bleibt, oder verändert wird", sagte Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) am Montag in Köln auf Anfrage. "Wenn er verändert wird, kann man auch niedriger bauen." Die UNESCO hatte den Dom auf Rote Liste des gefährdeten Welterbes wegen geplanter Hochhäuser gesetzt, die nach Meinung der UN-Kulturorganisation die Gesamterscheinung stören.

Mietverträge für Hochhaus entscheidend

Die Mitte Dezember erwartet Entscheidung im Rat der Stadt Köln hängt nach Angaben der Stadt von potenziellen Mietern des geplanten Hochhauses von Stararchitekt Helmut Jahn ab. "Sollten bis zum Monatsende keine Mietverträge vorliegen, kann man darüber nachdenken, ob der bisher rechtsgültige Bebauungsplan geändert wird", sagte Schramma. Bisher war die Lufthansa als möglicher Mieter für den so genannten Jahn-Turm gehandelt worden. "Die Lufthansa hat uns gesagt, dass sie in Köln bleibt - allerdings nicht, ob sie in den Jahn-Turm geht oder in ein anders Gebäude", sagte Schramma.

Dilemma der Stadt

Die Stadt sei derzeit in einem "Dilemma", sagte Schramma. "Wir wollen, dass der Dom als Welterbe erhalten bleibt. Wir wollen aber auch, dass die Stadtentwicklung auf der rechten Rheinseite weitergeht." Die Bebauungspläne im Umfeld der gotischen Kathedrale hatten für eine sehr kontroverse öffentliche Diskussion gesorgt. Die UNESCO hatte den Kölner Dom im Sommer 2004 auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Im Mai dieses Jahres hatte das Welterbe-Komitee der UNESCO entschieden, dass der Kölner Dom für ein weiteres Jahr auf der Roten Liste bleibt. Zudem war die Stadt aufgefordert worden, Vorschläge zu machen, damit der Welterbestatus der Kathedrale erhalten bleibt. (APA/dpa)

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