Slowenischer Dichter Dane Zajc gestorben

3. November 2005, 18:57
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Der 76-Jährige setzte sich in seinen Gedichten vor allem mit der von ihm als traumatisch erlebten Gewalt während des Zweiten Weltkrieges auseinander

Ljubljana - Einer der bedeutendsten slowenischen Dichter, Dane Zajc, ist tot. Medienberichten zufolge starb er bereits am vergangenen Donnerstag kurz vor seinem 76. Geburtstag in einem Krankenhaus in Ljubljana. Er soll seit längerem krank gewesen sein. Zajc, der auch als Dramatiker und Kinderbuchautor arbeitete, setzte sich in seinen Gedichten vor allem mit der von ihm als traumatisch erlebten Gewalt während des zweiten Weltkrieges auseinander.

"Deine Gedichte zerfleischen die slowenische Sprache, in Stücke zerhackt, den Wölfen und Hunden vorgeworfen, das ist deine Sprache", heißt es in dem Nachwort eines Dichterkollegen zu Zajcs 2003 auch auf Deutsch erschienen Auswahlband "Hinter den Übergängen". Bei seinen eindruckvollen Auftritten wurde er oft von dem Akkordeonspieler und Rezitator Janez Skof begleitet.

Biografie

Zajc, der 1929 auf einem Bauernhof in der Nähe von Ljubljana geboren wurde, begann bereits 1948 Gedichte zu veröffentlichen. Im Zweiten Weltkrieg verlor er zwei Brüder, seinen Großvater und seinen Vater. Obwohl es in seiner poetischen Welt keinen Platz für Politik gab, wurde Zajc bald nach seinen ersten Veröffentlichungen zum Opfer des herrschenden Kommunismus. Das Regime verwehrte ihm das Studium an der Universität, seine ersten Bücher sind im Eigenverlag erschienen. 1961 zum Beispiel veröffentlichte "Ein Klumpen Asche", Kritikern zufolge sein berühmtestes Gedicht. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er als Bibliothekar in einer Jugendbücherei.

Trotzdem prägte Zajc, der allen Problemen zum Trotz das Dissidententum ablehnte, wie kein Anderer die poetische Landschaft in dem kleinen Land zwischen den Alpen und der Adria. 1981 wurde er mit dem bedeutendsten Kulturpreis Sloweniens - dem Preseren-Preis - geehrt. Im Jahr 1991 wurde Zajc zum ersten Präsidenten des Schriftstellerverbandes Sloweniens nach Erlangen der Unabhängigkeit gewählt. Mehrere Jahre leitete er die PEN-Sektion seines Heimatlandes.

Die Werke des verstorbenen Dichters wurden in mehrere Sprachen, auch in Deutsch, übersetzt. Zuletzt erschien beim Klett-Cotta im Jahr 2003 ein Sammelband mit Gedichten von Dane Zajc, übersetzt vom Fabjan Hafner. (APA/dpa)

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