Warnung vor Chemikalien in Kinder-Regenjacken

2. November 2005, 08:18
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Neun von 14 Produkten laut "Öko-Test" "ungenügend" - Weichmacher und Fluorchemikalien gefunden

Berlin/Frankfurt - Nach einer von der Zeitschrift "Öko-Test" veröffentlichten Untersuchung sind in vier von 14 getesteten Kinder-Regenjacken Fluorchemikalien gefunden worden, elf Kleidungsstücke erhielten zudem Weichmacher. Der deutsche Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnte am Montag vor gesundheitsschädlichen Stoffen in Kinderkleidung und forderte eine Reform der europäischen Chemikalienpolitik.

"Wir dürfen unsere Kinder nicht ungeschützt im Regen stehen lassen", formulierte es BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm. Bei 97 Prozent der auf dem Markt befindlichen Chemikalien sei nicht bekannt, welche Gefahren von ihnen für Mensch und Umwelt ausgingen. Deshalb müssten die Unternehmen verpflichtet werden, alle von ihnen produzierten Stoffe ausreichend zu testen. Es liege in den Händen der EU-Parlamentarier, diese Schritte einzuleiten. Im November soll im EU-Parlament über die so genannte REACH-Verordnung (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) abgestimmt werden.

Nur eine Jacke bekam Note "befriedigend"

Bei der Untersuchung von "Öko-Test" fielen von 14 getesteten Jacken neun mit der Note "ungenügend" durch. Zwei Produkte wurden als "mangelhaft" beurteilt, weitere zwei als "ausreichend". Nur die H&M-Kinderregenjacke bekam die Note "befriedigend".

Gefunden wurden dem Bericht zufolge unter anderem Weichmacher, die im Verdacht stehen, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. "Öko-Test" riet Eltern deshalb, ihren Kindern bei schlechtem Wetter lieber einen luftdurchlässigen Anorak anzuziehen. Dieser habe auch den Vorteil, dass die Kleinen nicht von oben bis unten in Gummi "eingeschweißt" seien und schwitzten. (APA/AFP)

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    foto: photodisc
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