UNO-Vertreterin: Regierung tut nichts gegen Folter und Tötungen

24. November 2005, 14:05
1 Posting

Khartum räumt "Probleme mit Sicherheitskräften" ein

Khartum - Im Sudan werden nach Angaben einer Vertreterin der Vereinten Nationen weiter Zivilisten willkürlich inhaftiert, gefoltert und getötet. Zudem habe das Land diejenigen nicht bestraft, die für Verbrechen während des zweieinhalb Jahre dauernden Bürgerkrieges in der Region Darfur verantwortlich seien, sagte Sima Samar, UN-Sondergesandte für Menschenrechtsfragen im Sudan, am Samstag.

Es gebe auch eine Kultur der Straflosigkeit für die, die Frauen vor allem in Darfur vergewaltigt hätten. Die Entschuldigungen der sudanesischen Regierung für eine solche Tatenlosigkeit seien nicht akzeptabel. "Die Festnahmen von Zivilisten durch Sicherheitskräfte, Folter, Misshandlungen und Tötungen - alles das geht weiter", sagte Samar.

Die sudanesische Regierung hat Probleme mit ihren Sicherheitskräften eingeräumt und erklärt, alle Verstöße würden untersucht. Seit dem Ausbruch der Gewalt in Darfur 2003 sind dort zehntausende Menschen getötet und etwa zwei Millionen vertrieben worden.

Der UN-Berater zur Verhinderung von Völkermord, Juan Mendez, hatte bereits zuvor vor einer Eskalation der Lage in Darfur gewarnt. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Gewalt in der Region zu einem Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausweite, hatte er erklärt. Der UN-Sicherheitsrat müsse den Druck auf die Regierung in Khartum erhöhen, die arabischen Milizen zu entwaffnen, die für Gräueltaten an der schwarzafrikanischen Bevölkerung in Darfur verantwortlich sind. (APA/Reuters)

Share if you care.