Stimmen: "Keinen Spaß gemacht"

4. März 2006, 11:07
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Frenkie Schinkels (Austria-Trainer): "Wenn ein Spieler nach 15 Minuten ausgeschlossen wird, macht es das natürlich nicht leichter. Die zweite Gelbe für Kiesenebner geht in Ordnung, bei der ersten hat er die Distanz nicht eingehalten. Es hat heute keinen Spaß gemacht, es war nur aggressive Stimmung. Mit zehn Mann haben wir Linz opfern und das Mittelfeld stabilisieren müssen. Rapid hat uns laufen lassen, wir sind nicht aus der eigenen Hälfte gekommen."

Josef Hickersberger (Rapid-Trainer): "Ich hoffe, dass alles erledigt ist, aber man weiß nie, was nach so einem Spiel passiert. Der Ausschluss war spielentscheidend. Dann konnte die Austria nur noch auf Standardsituationen hoffen. So stark sind wir trotz der zuletzt enttäuschenden Resultate schon, dass wir eine Überzahl ausspielen können. Das Spiel hat unter katastrophalen Vorzeichen stattgefunden. Ich wäre einverstanden gewesen, wenn das Spiel abgesagt und ins Happel-Stadion verlegt worden wäre"

Markus Kraetschmer (Austria-Manager): "Es hat Überlegungen gegeben, Didulica zwei Mal 45 Minuten vor der Westtribüne spielen zu lassen. Das haben aber beide Trainer abgelehnt. Die Disziplin der Austria-Fans hat mir heute sehr gefallen."

Joey Didulica: "Das Spiel war nach 15 Minuten entschieden. Die Atmosphäre war super. Mit zehn Mann gegen eine motivierte und gut spielende Rapid-Mannschaft zu spielen, ist schwer. Der Schiedsrichter war sehr schnell mit den Gelben Karten."

Roland Linz: "So etwas gehört nicht auf den Fußball-Platz. Das hat nichts mit Sport zu tun. Meine Auswechslung hatte rein taktische Gründe."

Axel Lawaree: "Es war nicht mein wichtigstes Tor, aber auf jeden Fall ein besonderes. Ich genieße diesen Moment, glaube, das war die beste Antwort auf das Foul von Didulica. So lange Didulica bei der Austria ist, wird es im Derby immer eine schwierige Situation sein. Ich will nicht mehr darüber reden, aber es ist klar, dass es die Fans nicht so schnell vergessen können. Das ist ein bisschen schade, aber eben eine spezielle Situation."

Peter Stöger: "Nach den Fakten und dem Ablauf hat Rapid verdient gewonnen. Rapid hatte mehr Möglichkeiten. Bei uns hätte jeder Schuss ein Treffer sein müssen, um das Spiel noch umzudrehen. Das Transparent gegen Didulica hatte mit Sport nichts zu tun. So wichtig ein Derby auch ist, aber es gibt Wichtigeres. Wir sollten uns alle auf das Wesentliche konzentrieren."

Konrad Plautz (Schiedsrichter): "Für mich war es ein Spiel wie jedes andere. Wir haben mit dem Schlimmsten gerechnet und waren gut vorbereitet. Leider ist der österreichische Fußball auf der Strecke geblieben und wurde über die Grenzen hinaus schlecht gemacht. Ich habe Kiesenebner vor der ersten Gelben vier Mal aufgefordert, den Ball freizugeben. Er hat um Gelb gebettelt. Das Foul zur Gelb-Roten war dann ganz klar. Beim geringsten Vorfall während des Spiels hätte ich es abgebrochen."

Peter Schöttel (Rapid-Sportdirektor): "Wenn man sich vor dem Spiel die diversen Fan-Foren angesehen hat, war klar, dass etwas passieren kann. Bei aller Liebe zu den Fans und von den Fans, aber das schadet dem Fußball. Die Verantwortlichen nur ins Gebet zu ziehen, wird ein bisschen wenig sein. Es ist traurig, dass solche Dinge passieren."

Georg Pangl (Bundesliga-Vorstand): "Diese Vorfälle waren ungut und werfen gerade vor der Heim-EM kein gutes Licht auf den österreichischen Fußball. Ich will aber auch nichts dramatisieren. Hoffentlich lernt man daraus, damit so etwas nicht mehr vorkommt."

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