Über 200 Paramilitärs legten Waffen nieder

19. Dezember 2005, 11:33
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Nach Haftentlassung eines ihrer Anführer

Bogotá - Ungeachtet der stockenden Friedensverhandlungen mit der Regierung in Kolumbien haben mindestens 207 rechte Paramilitärs einer abtrünnigen Einheit am Samstag ihre Waffen niedergelegt. Die Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens (AUC) hatten am 6. Oktober den Prozess zur Entwaffnung vorerst gestoppt, nachdem einer ihrer Anführer aus einer Sonderzone für die Paramilitärs in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht worden war. Die Waffenübergabe der Mitglieder der AUC-Kampfeinheit Bloque Tolima fand nach offiziellen Angaben in der zentral gelegenen Region Tolima statt.

Am 1. Juli 2004 hatten die Regierung und die AUC vereinbart, dass bis zum Ende dieses Jahres alle Waffen abgegeben und die Kampfeinheiten aufgelöst werden sollten. Bisher sind etwa 12.000 der insgesamt etwa 20.000 Mann entwaffnet worden.

Die Paramilitärs sind wegen zahlreicher Massaker unter der Zivilbevölkerung besonders gefürchtet. Sie wurden in den 80er Jahren als Privatarmee reicher Großgrundbesitzer zum Schutz gegen linke Rebellen gegründet. Später machten sie sich selbstständig und finanzieren sich zu einem erheblichen Teil aus dem Drogengeschäft. (APA/dpa)

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