Zahl der Opfer in Pakistan auf über 53.000 gestiegen

4. November 2005, 15:18
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Indien kündigte an Kaschmirs Grenze Hilfszentren für Erdbebenopfer an

Neu Delhi/Islamabad - Angesichts der katastrophalen Versorgungslage in den pakistanischen Erdbebengebieten will Indien an der Grenze der zwischen beiden Staaten umstrittenen Region Kaschmir Versorgungszentren einrichten. In den Lagern sollen alle Notdürftigen Kleidung und Nahrung erhalten und medizinisch versorgt werden, sagte Außenamtssprecher Navtej Sarna am Samstag in Neu Delhi.

Allerdings dürften sie nur tagsüber und nach vorsorglichen Kontrollen über die stark bewachte Demarkationslinie in die indische Provinz kommen. Laut Sarna steht eine Antwort Islamabads auf den Vorschlag noch aus.

Präsident: Grenze öffnen

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hatte am vergangenen Dienstag vorgeschlagen, die schwer bewaffnete Grenze zwischen beiden Teilen Kaschmirs zu öffnen, um den Opfern der Erdbebenkatastrophe in der Region besser helfen zu können. Die Grenze verläuft entlang der Waffenstillstandslinie, die nach dem ersten Krieg zwischen Indien und Pakistan 1949 festgelegt wurde. Beide Staaten führten seitdem schon zwei Mal Krieg um die Himalaya-Region, und Indien wirft Pakistan vor, den Unabhängigkeitskampf kaschmirischer Rebellen heimlich zu unterstützen.

Radikale Rebellen im indischen Kaschmir wollen unterdessen nicht warten, bis die Grenze geöffnet wird. Er werde am Dienstag mit einer Gruppe seiner Männer auf eigene Faust ins pakistanische Kaschmir vordringen, um den Menschen dort zu helfen, kündigte Nayeem Khan von der Nationalen Front, einer der radikaleren kaschmirischen Unabhängigkeitsbewegungen, in Srinagar an. "Wir gehen aus hehren Gründen; dafür brauchen wir keine Genehmigung der Regierung in Neu Delhi", sagte Khan. "Sollte die pakistanische Regierung Einwände gegen unseren Besuch haben, gehen wir nicht." Er werde aber Neu Delhi schriftliche Garantien geben, dass er und seine Männer nach dem Einsatz wieder zurückkehren werden.

Zwei Wochen nach dem verheerenden Beben steigt die Zahl der Opfer immer noch an. Der Chef des pakistanischen Katastrophenschutzes, Generalmajor Farooq Ahmad Khan, sprach am Samstag von mehr als 53.000 Toten und 75.000 Verletzten; im indischen Teil Kaschmirs starben nach Behördenangaben über 1.300 Menschen. (APA/AFP)

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