Premiere kündigt Verträge mit EM.TV-Tochter

4. November 2005, 16:21
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Zeitung: Ziel Übernahme von DSF

Frankfurt/Main - Der deutsche Bezahlfernsehsender Premiere hat alle Verträge mit einer Tochter des Medienunternehmens EM.TV gekündigt. Die EM.TV-Tochter Plazamedia habe für Premiere Sportsendungen wie die Champions League oder die Bundesliga-Konferenz produziert, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag im Voraus. Mit der Kündigung zum Jahresende 2006 wolle Premiere bei den Verhandlungen um eine Übernahme des Sportsenders DSF von EM.TV in die Offensive gehen.

Premiere-Vorstand Hans Mahr bestätigte dem Magazin die Kündigung: "Wir sind ein attraktiver Auftraggeber mit einem riesigen Volumen und wollen den besten Preis erzielen." Einen Zusammenhang mit den DSF-Verhandlungen bestreite Mahr aber, hieß es in dem Bericht. 2005 habe der Technik-Dienstleister Plazamedia für seinen größten Kunden Premiere Sendungen für insgesamt 40 Millionen Euro produziert.

Komplettverkauf ausgeschlossen

Dem Kauf von DSF zu dem in Medien genannten Preis von 200 Millionen Euro hatte Premiere-Vorstandschef Georg Kofler zuletzt eine Absage erteilt. EM.TV-Chef Werner Klatten hatte mit einer Partnerschaft für den Sender geliebäugelt, einen Komplettverkauf aber ausgeschlossen. Premiere hat für die Saison 2006/07 nicht nur die Pay-TV-, sondern auch die Übertragungsrechte an der Champions League für das frei empfangbare Fernsehen gekauft. Wenn Premiere bis März 2006 nicht über einen Free-TV-Kanal verfügt, fallen die Rechte wieder an die Uefa zurück.

Kostengründe

Kofler hatte Mitte Oktober gesagt, er neige aus Kostengründen dazu, einen frei empfangbaren Fernsehsender selbst aufzubauen statt einen bestehenden zu kaufen. Mit einem eigenen Sender und der Miete von Programm-Fenstern bei anderen Sendern ließe sich die Abdeckung von 80 Prozent in Deutschland und Österreich erreichen, die Premiere dem Europäischen Fußballverband UEFA für die Übertragung der Champions League versprochen habe, hatte Kofler erläutert. Einen Teileinstieg bei einem Sender hatte er ausgeschlossen. (APA/Reuters)

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