Juppé kandidiert bei nächster Parlamentswahl

4. November 2005, 15:11
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Ex-Parteichef der Neogaullisten und ehemaliger konservativer Premier war in Korruptionsaffäre verurteilt worden

Paris - Frankreichs ehemaliger konservativer Premierminister Alain Juppé (1995-97), der in einer Korruptionsaffäre zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war, will 2007 das politische Comeback feiern. Wie die UMP-Abgeordnete Marie-Hélène Des Esgaulx im Regionalsender von "France 3" in Bordeaux am Samstag bekannt gab, will der Gaullist und Vertraute von Präsident Jacques Chirac in zwei Jahren bei der Parlamentswahl antreten.

Ein Jahr Unwählbarkeit

Juppé, der im Dezember 2004 von einem Gericht in Versailles auch zu einem Jahr Unwählbarkeit verurteilt worden war, hatte zunächst den Vorsitz der "Union für eine Volksbewegung" (UMP), danach sein Parlamentsmandat und anschließend auch den Sessel des Bürgermeisters von Bordeaux abgegeben. Gegenwärtig unterrichtet der Ex-Premier in der Verwaltungshochschule ENAP in Quebec in Kanada.

Korruptionsverfahren

In dem Korruptionsverfahren wurde dem 60-Jährigen vorgeworfen, zahlreiche Scheinposten von Rathaus-Angestellten der Stadt Paris geschaffen zu haben, die in Wirklichkeit für die damalige Chirac-Partei RPR, Vorgängerin der UMP, gearbeitet hatten. In der betreffenden Zeitspanne in der ersten Hälfte der 90er Jahre war Juppé Vizebürgermeister und Finanzstadtrat von Paris (Chirac war Bürgermeister). (APA)

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    Juppé galt lange Zeit als Chiracs Wunschnachfolger für den Elysee-Palast.

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