Steiermark: EStAG erhöht Gas- und Strompreis

7. November 2005, 13:30
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Jeweils um fünf Prozent "wegen Energiepreis- entwicklung" - KPÖ: "Politik entwertet ihre eigenen Wahlversprechen"

Graz - Die Energie Steiermark Holding AG (EStAG) erhöht drei Wochen nach der steirischen Landtagswahl die Preise für Strom und Erdgas. Die Preissteigerung beläuft sich auf jeweils fünf Prozent, der Gaspreis steigt mit 1. November, der Strompreis wird mit 1. Jänner 2006 erhöht. Der Konzernsprecher der EStAG bestätigte einen entsprechenden Bericht der steirischen Ausgabe der "Kronenzeitung" vom Samstag. Der Vorstand der EStAG-Tochter Gas-Wärme, Peter Köberl, hatte erst Ende August gegenüber der APA ausgeschlossen, dass der Gaspreis heuer noch erhöht werde. Heftige Kritik kam von der KPÖ.

Energiepreisentwicklung

Der Gaspreis war erst heuer zu Jahresbeginn angehoben worden, die nunmehrige Erhöhung wird mit der internationalen Energiepreisentwicklung begründet. Der Gaspreis war bereits im September bzw. Oktober von der Erdgas Oberösterreich bzw. der Tiroler Tigas, der NÖ-EVN, der burgenländischen Begas und der Vorarlberger VEG angehoben worden. Einzig die Salzburg AG hatte die gegebene Preisgarantie für 2005 eingehalten und erhöht erst mit 1. Jänner die Preise.

Die Energie Steiermark Holding AG (EStAG) hatte zwar die von der Energie Control Kommission per 1. Juni neben OÖ auch für die Steiermark vorgegebene Netztarifsenkung in vollem Umfang an die Kunden weitergeben. Vorstand Franz-Karl Maier hatte damals aber erklärt, es werde im Gegenzug "wie in anderen Bundesländern" auch keine Erhöhung des Energiepreises geben, da dies nicht den Wünschen des Mehrheitseigentümers Land Steiermark entspreche.

Energiebezieher

Der Vorstand der EStAG hatte offenbar bis knapp nach der Landtagswahl zugewartet, um die Energiebezieher mit der Nachricht der Preissteigerung zu überraschen. Die Bekanntgabe der Erhöhung fällt in jene Phase, in denen die politische Zuständigkeit für die Beteiligungen (die EStAG steht zu 75 Prozent im Landeseigentum, Anm.) von der abgewählten LH Waltraud Klasnic (V) zum designierten Landeshauptmann Franz Voves (S) wechselt. Laut EStAG seien die Briefe mit der Verständigung der Preiserhöhung unterwegs zu den Kunden, viele haben diese aber noch nicht erhalten und erfuhren nun aus der Zeitung davon.

SP-Klubchef: "Folge der verfehlten ÖVP-Energie-Politik"

Der steirische SPÖ-Klubchef Walter Kröpfl sieht die Erhöhung als "Folge der verfehlten ÖVP-Energie-Politik". Da "alle steirischen Kraftwerke verscherbelt" wurden, sei man nun völlig von den Lieferanten abhängig, meinte er am Samstag.

Auch von den steirischen Grünen gab es Kritik an der geplanten Erhöhung. Sie forderten eine Erklärung dafür, warum die Preiserhöhungen erst nach und nicht schon vor der Wahl bekannt wurden. Dass beide Parteien nichts davon gewusst haben, sei unglaubwürdig, hieß es von Seiten des Grünen-Abgeordneten Peter Hagenauer.

Die steirische KPÖ meinte in einer Reaktion, sie freue sich nicht darüber, dass ihre Voraussage einer Energiepreiserhöhung durch die EStAG sofort nach der Landtagswahl eingetroffen sei. Man lehne den Preisschub entschieden ab: "Die Vertreter der Regierungsparteien, die einen bestimmenden Einfluss auf die EStAG haben, entwerten somit ihre eigenen Wahlversprechen." (APA)

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