Aus der Not "Technologieführer"

10. November 2005, 21:13
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Die deutschen Autos haben neuerdings emotionale Probleme

Die deutschen Autohersteller wurden zuletzt hergewatscht: Partikelfilter - verschlafen. Hybridtechnik - verpennt. Das Problem ist weniger ein technisches als ein emotionales. Die deutsche Schiene war: Je mehr Leistung, Geschwindigkeit, Beschleunigung, umso besser das Auto.

Doch schon vor Jahrzehnten hat sich Volvo auf ein Thema gesetzt, das ihm gute Geschäfte ohne Motorausreizung brachte: Sicherheit. So rückte man mit viel Marketing und wenig technischem Aufwand nahe an die deutschen Premiummarken - aus der Not heraus.

Auch Peugeot/Citroën hatte einen Notfall, als man den Rußfilter zum Thema Nummer eins machte. Der erste Motor mit serienmäßigem Partikelfilter hätte ohne diesen keine Abgasgrenzwerte mehr eingehalten.

Die Japaner, stark im US-Markt, haben ebenso die Not früh gesehen und einen Kult daraus gemacht: Die Hybridtechnik diszipliniert schwere Benzinmotoren im Saufen. Die schlanken und schlauen europäischen Autos werden aber weiterhin ohne Hybridtechnik auskommen. Sie ist ja auch sehr teuer. So etwas baut man nicht aus Jux ein. (rs, AUTOMOBIL, 22.10.2005)

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Rudolf Skarics

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