Differenzierte Regelungen rund um "Stallpflicht"

4. November 2005, 15:17
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Ausnahmen für Geflügelhalter ohne Stall, Verkaufsmärkte, Ausstellungen und Strauße - Kritik der Bergbauernvereinigung

Wien - Ab Samstag steht Österreichs Geflügel unter Stallarrest. Ob Hühner, Puten, Enten, Gänse und Co. tatsächlich vom Freiland in Ställe überführt wurden und die Stallpforte dicht geschlossen bleibt, sollen Amtstierärzte stichprobenartig kontrollieren. Bei Nichteinhaltung soll Anzeige erstattet und ein Bußgeld von rund 4.000 Euro auferlegt werden.

Ausnahmen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums jene Bauern, denen keine entsprechenden Ställe zur Verfügung stehen. Für sie wurde eine Schonfrist bis 28. Oktober einberaumt. Als Ställe gelten geschlossene und nach oben abgedeckte Räume, in denen das Federvieh nicht in Kontakt mit Wildgeflügel, bzw. dessen Kot kommen kann, teilte Christoph Hörhan, Sprecher von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V), mit.

Schonfrist

Eine Schonfrist bis kommenden Montag gilt außerdem für Verkaufsmärkte, Ausstellungen oder Vorführungen mit lebendem Geflügel. Diese seien erst ab kommenden Montag untersagt - könnten also am Wochenende noch stattfinden, allerdings unter amtstierärztlicher Kontrolle. Ausnahmen in Sachen Stallpflicht dürfte es nach Angaben des burgenländischen Agrarlandesrates Niki Berlakovich (V) in Abstimmung mit der Behörde auch für Strauße geben. Diese bräuchten - als Lauftiere - aus Tierschutzgründen unbedingt genügend Bewegungsmöglichkeit.

Kritik anlässlich dieser Verordnungen kam am Freitag von der Österreichischen Bergbauern Vereinigung (ÖBV). Diese kritisierte in einer Aussendung, dass das Verbot der Freilandhaltung für Kleintierhalter in der Praxis kaum durchführbar sei. Ein wochenlanges Einsperren führe auf Grund der beengten Verhältnisse zu mehr Aggressivität (Rangordnungskämpfe) unter den Tieren. Auch müsse durch die 24-Stunden-Stallhaltung mit einem größerem Hygieneproblem gerechnet werden, was zum Beispiel zu einem höheren Risiko bei Salmonellenerkrankungen führt, hieß es.(APA)

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