Studie: Rascher Job-Abbau, neue Manager für Sanierung entscheidend

7. November 2005, 13:38
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Czipin produktiv analysierte für Studie 70 Unternehmenskrisen in Österreich - Auch Konzentration auf's Kerngeschäft wesentlich

Wien - Der Austausch der Unternehmensleitung, rasche und tiefe Personalschnitte sowie die Konzentration auf das Kerngeschäft sind die drei kritischen Erfolgsfaktoren, die über die Rettung von in die Krise geratenen Unternehmen entscheiden. Dies geht aus einer am Donnerstagabend vorgestellten "Turnaround"-Studie der Unternehmensberater von Czipin produktiv hervor. Betriebe, die alle drei Kriterien erfüllt haben, hätten zu 95 Prozent überlebt, haben die Sanierungsberater Alois Czipin und Werner Girth herausgefunden.

Für die Studie sind 70 österreichische Unternehmen ausgewertet worden, die zwischen 2000 und 2004 in eine Schieflage geraten sind, unter ihnen auch der Autozulieferer Eybl International, die Buchhandelskette Libro und die Brauerei Ottakringer, die überlebt haben. Etwa die Hälfte der analysierten Betriebe konnten insgesamt gerettet werden, 22 Prozent wurden liquidiert. Bei einem Fünftel der analysierten Fälle ist der Ausgang noch offen.

Die Kombination der Maßnahmen Managementwechsel, Personalabbau und Konzentration auf das Kerngeschäft sei von entscheidender Bedeutung, hieß es bei der Vorstellung der Studie. Würden zwei der genannten Erfolgsfaktoren nicht berücksichtigt, sinke die Erfolgschance auf 35 Prozent.

Beispiel für gelungene Sanierung

Als Beispiel für eine gelungene Sanierung wurde der Kremser Zulieferer Eybl International genannt. Bei der Sanierung ab Beginn 2002 waren alle drei Rezepte befolgt worden: Das Management war ausgetauscht worden und nach dem Rückzug aus abgelegenen Regionen und speziellen Märkten konzentrierte sich das Unternehmen auf sein Kerngeschäft. Die Zahl der Mitarbeiter wurde innerhalb eines Jahres (auch durch Verkäufe) um 700 gesenkt. Von entscheidender Bedeutung seien auch Zukunftsinvestitionen und die erfolgreiche Neupositionierung als "Entwicklungslieferant" gewesen, sagte Eybl International-Vorstandschef Johannes M. Elsner.

Der Personalabbau müsse von vornherein zügig durchgeführt werden und nicht zu knapp ausfallen, glaubt man bei Czipin. Viele Unternehmen begingen den Fehler, in Sachen Beschäftigte zuerst zu wenig tief zu schneiden und danach erst echt weitere Mitarbeiter kündigen zu müssen: "Der notwendige Personalabbau sollte tunlichst in einem Schritt erfolgen und die Notwendigkeit dafür offen und ehrlich an die Belegschaft kommuniziert werden", meint Berater Czipin. (APA)

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    Austausch der Unternehmensleitung, rasche und tiefe Personalschnitte und Konzentration auf das Kerngeschäft ortet Studie als kritische Erfolgsfaktoren bei Unternehmen in Schieflage.

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