Neue Shared-Source-Lizenzen von Microsoft

4. November 2005, 14:13
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Neue Lizensen vereinfachen Zugang zum Shared-Source-Programm

In 2001 bezeichnet Microsoft-Chef Steve Ballmer Open Source Software als "Krebsgeschwür", das "in Bezug auf geistiges Eigentum alles befällt, was es berührt".

Unter Open Source versteht man Computer-Programme, deren Quelltext("Code") frei eingesehen und unter bestimmten Bedingungen auch verändert werden kann. Open-Source-Programme dürfen beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden.

Shared-Source-Programm

Microsoft dagegen arbeitet mit einem kommerziellen Software-Modell - Kunden und Partner bekommen - im Rahmen des Shared-Source-Programms - Zugang zum Programm-Code von Microsoft.

Nun geht Microsoft einige Schritte weiter und vereinfacht den Zugang zu dem Programm. Dazu stellte der US-Softwarekonzern drei neue Lizenzen vor.

Die Microsoft Permissive License ermöglicht es, Code anschauen, ihn verändern und vertreiben.

Die Microsoft Community License verlangt, dass alle Dateien, in denen unter ihr lizenzierter Microsoft-Code benutzt wird, ebenfalls offengelegt werden. Für die beiden Lizenzen hält Microsoft auch eingeschränkte Version bereit – sie haben nur für Windows Gültigkeit.

Zusätzlich hat Microsoft die Reference License im Portfolio, die Einblick in den Sourcecode erlaubt, der weder verändert noch weiterverbreitet werden darf.

Lob

Die Free Software Foundation Europe lobte die neuen Shared-Source-Lizenzen in einer Stellungnahme.

"Da wir so selten die Gelegenheit haben, uns positiv über Microsoft zu äußern, möchte ich dem Unternehmen zunächst gratulieren", sagt Georg Greve, Präsident der Foundation. "Microsoft scheint endlich einen Schritt dabei vorwärts gemacht zu haben, ihren Nutzern Freiheit einzuräumen: unsere erste flüchtige Analyse deutet darauf hin, dass zwei der fünf veröffentlichten Lizenzen die Definition Freier Software tatsächlich erfüllen." (red)

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