Zehn Millionen Euro für Beratungsdienste

3. November 2005, 20:07
25 Postings

ÖBB-Neu rechnen mit zehn Millionen Euro Beraterhonoraren im ersten Jahr - Bis zu 44 Millionen Euro aus Rückstellungen sollen Bilanz 2005 retten

Wien - Die ÖBB rechnen nach ihrer Umstrukturierung mit Beraterhonoraren von rund 10 Mio. Euro im ersten Jahr, geht aus einem Bericht hervor, den der Vorstand am Donnerstag dem Aufsichtsrat der ÖBB-Holding vorgelegt hat. Das ist weniger als in den vergangenen beiden Jahren: Laut Geschäftsbericht haben die ÖBB 2004 rund 18 Mio. Euro, 2003 etwa 23 Mio. Euro für Beratungsleistungen ausgegeben. 2001 und 2002 waren es dagegen konstant nur jeweils 8 Mio. Euro gewesen.

Außerdem werden die ÖBB heuer womöglich bis zu 44 Mio. Euro Rückstellungen auflösen, erfuhr die APA weiter aus Aufsichtsratskreisen. Die Bundesbahnen wollten damit trotz drohender operativer Verluste im ersten Jahr nach der Teilung in mehrere Gesellschaften unterm Strich ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. Hintergrund seien vor allem Umstrukturierungskosten und Aufwendungen für Personalrestrukturierungen.

Auflösung der Rücklagen

Fix ist die Auflösung der Rücklagen in dieser Höhe laut den Informationen aber noch nicht. Dies hänge vor allem vom weiteren Geschäftsverlauf, aber etwa auch davon ab, wie viele Mitarbeiter bis Jahresende noch das Sonderabfertigungsangebot ("Golden Handshake") annehmen würden, hieß es. Sollten die ÖBB ihre eigenen Prognosen für heuer doch noch erreichen, wäre eine Auflösung von Rücklagen in genannter Höhe nicht notwendig.

Im ersten Halbjahr 2005 haben die ÖBB-Neu, wie berichtet, einen Verlust (auf Basis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, EGT) von 19 Mio. Euro hinnehmen müssen. Für das Gesamtjahr hatten die Bundesbahnen in ihrer Prognose nach den ersten sechs Monaten einen Verlust von 8 Mio. Euro vorhergesagt. Im Vorjahr hatten die ÖBB in Hinblick auf den Konzernumbau laut Bilanz 2004 ihre Rückstellungen von 563 Mio. Euro auf 796 Mio. Euro aufgestockt.

Die ÖBB wollte "Stellungnahmen und Gerüchte aus dem Aufsichtsrat" nicht kommentieren. (APA)

Link

ÖBB
Share if you care.