Modelleisenbahn GmbH kaufte insolvente Roco

7. November 2005, 13:38
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Auffanggesellschaft des Raiffeisenverbandes übernahm Firma - 200 Arbeitsplätze in Österreich sollen gehalten werden

Salzburg - Der heuer im Sommer in den Konkurs geschlitterte Halleiner Modelleisenbahn-Hersteller Roco hat seit Freitag einen neuen Eigentümer. Die vom Raiffeisenverband Salzburg gegründete Auffanggesellschaft "Modelleisenbahn GmbH" hat die Unternehmsgruppe heute gekauft, teilte der Kreditschutzverband KSV in einer Aussendung mit.

Acht potenzielle Käufer

Insgesamt hatten sich acht potenzielle Käufer für Roco interessiert, letztlich habe aber nur die Modelleisenbahn GmbH innerhalb der vorgesehenen Frist ein Angebot gelegt. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Laut Masseverwalter hat der neue Eigentümer zumindest mittelfristig vor, die Produktionsstandorte Hallein und Gloggnitz (NÖ) mit rund 200 Mitarbeitern zu erhalten. Auch der slowakische Tochterbetrieb mit etwa 200 Dienstnehmern soll wie bisher Auftragsarbeiten für das neue österreichische Unternehmen durchführen.

Die Gläubiger im Konkursverfahren können laut AKV nach vollständiger Abwicklung des Konkurses mit einer Quote von zehn bis 20 Prozent rechnen.

Die Vorgeschichte

Roco musste am 15. Juli 2005 wegen Zahlungsunfähigkeit den Konkursantrag stellen. Als Grund nannte der damalige Geschäftsführer Peter Maegdefrau den Einbruch auf dem deutschen Hauptabsatzmarkt, wo die Firma 65 Prozent des Geschäftes macht. Von den insgesamt rund 560 Mitarbeitern in Österreich konnten nur 220 ihren Arbeitsplatz behalten. Der Raiffeisenverband Salzburg als Hausbank gründete die Auffanggesellschaft "Modelleisenbahn GmbH", die den Betrieb seither fortführt.

Roco konnte im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von 44,7 Mio. Euro erwirtschaften. Das Unternehmen stellte pro Jahr rund 300.000 Lok- und zirka eine Million Waggonmodelle her, dazu Zubehör wie Schienen und Steuerungselemente. Über 80 Prozent der Fertigung gehen in den Export. (APA)

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