Lob für Ex-Staatsbetriebe

7. November 2005, 13:30
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Arthur D. Little nahm Performance von TA, OMV, Böhler-Uddeholm, Voestalpine, VA Tech und AUA unter die Lupe und kommt zu schmeichelhaftem Ergebnis

Wien - Sechs ehemals verstaatlichte Unternehmen, von denen sich die Hälfte in den vergangenen Monaten zur Gänze aus dem Einflussbereich des Staats entfernt haben, schlagen sich im internationalen Vergleich deutlich besser als ihre jeweiligen Branchenkollegen. Dies ist das schmeichelhafte Ergebnis einer am Freitag vorgestellten Studie des Consulters Arthur D. Little, die die Performance von Telekom Austria (TA), OMV, Böhler-Uddeholm, Voestalpine, VA Tech und Austrian Airlines (AUA) in den vergangenen Jahren unter die Lupe genommen haben.

Hauptgründe für die positive Entwicklung seien gute Managementleistungen, der Boom des ATX und das starke Interesse internationaler Investoren, aber auch die "reduzierte politische Einflussnahme", sagte Alain Gloden, Experte von Arthur D. Little Österreich. Ein besonderer Beitrag des ÖIAG-Managements zur Performance der sechs Unternehmen wurde in der Beraterstudie nicht erwähnt.

Besonders überzeugt

Im Vergleich zu den Vorjahreswerten der nun "upgedateten" Studie habe die Voestalpine "besonders überzeugt". Im innerösterreichischen Vergleich nimmt die Voest im Ranking der Leistungskennzahlen mit deutlichem Abstand die erste Stelle ein. Danach folgen Telekom Austria und Austrian Airlines. Die Studie misst keine absoluten Werte, sondern die Veränderung der ausgewählten Unternehmenskennzahlen Umsatz, Net-Profit, Unternehmenswert, Ebitda-Marge, Produktivität der Mitarbeiter, Profitabilität des gebundenen Kapitals, Rendite auf das Eigenkapital, Rendite auf das Investment, operativer Cash-flow und Verschuldungsgrad.

Im internationalen Vergleich mit Vergleichsunternehmen aus derselben Branche hat sich jedes einzelne der erfassten Unternehmen besser als der jeweilige Vergleichsmaßstab (MSCI-Branchenindex) entwickelt. Am relativ stärksten hat die Telekom Austria zugelegt, deren Aktien sich seit 2001 um knapp 200 Prozent besser entwickelt haben als große internationale Telekomunternehmen. Sogar die Austrian Airlines (AUA), die von Anfang 2001 bis Ende 2004 um 21 Prozent an Wert verloren haben, hat sich damit deutlich besser entwickelt als die Branche.

AUA vor Herausforderung

Für die Performance 2005 erwartet Arthur D. Little eine weiter starke Performance bei OMV, den Stahltiteln, aber auch der Telekom Austria. Das Management der AUA stehe "in diesem Jahr vor einer großen Herausforderung, es ist nicht zu beneiden", sagte Arthur D. Little-Experte Bernhard Nagiller. Das Beratungsunternehmen erstellt die Studie nach eigenen Angaben vom Freitag unabhängig und ohne Auftrag. (APA)

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    Im internationalen Vergleich mit Vergleichsunternehmen aus derselben Branche hat sich jedes einzelne der erfassten Unternehmen besser als der jeweilige Vergleichsmaßstab (MSCI-Branchenindex) entwickelt.

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