Finanzmarktaufsicht zitiert BAWAG-Vorstände zu sich

9. November 2005, 10:16
44 Postings

Aufsichtsratssitzung brachte keine ausreichende Klärung der Refco-Kreditvergabe

Wien - So einfach kommt die Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K. mit ihrem umstrittenen Kredit an die US-Pleitefirma Refco nun anscheinend doch nicht davon: Der Finanzmarktaufsicht (FMA) reichen die Aufsichtsratsbeschlüsse der BAWAG von heute Abend nicht. Für morgen Vormittag werden die zuständigen Vorstände deshalb in die Behörde zitiert. Die FMA droht damit, die ursprünglich für Montag anberaumte Sonderprüfung auf Freitag vorzuziehen.

"Diese Aufsichtsratssitzung von heute, über die mir mündlich berichtet wurde, hat aus Sicht der FMA keine ausreichende Klärung des Sachverhaltes herbeigeführt", sagte der für die Bankenaufsicht der BAWAG zuständige FMA-Vorstand Heinrich Traumüller am späten Donnerstagabend zur APA.

Vorladung

Es gebe nach wie vor Wesentliche zu klärende Fragen, so Traumüller weiter. "Daher werden morgen im Laufe des Tages jene Vorstände der BAWAG, die den Grundsatzbeschluss der Kreditgewährung an Refco gefasst haben, in die FMA vorgeladen werden", kündigte Traumüller an.

Dabei wolle die FMA Originaldokumente einfordern und prüfen. "Falls diese Prüfung weiterhin Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kreditgewährung bestehen lässt, behält sich die FMA ausdrücklich vor, die geplante gemeinsame Vorort-Prüfung in der BAWAG noch morgen zu beginnen", so Traumüller.

"Ich halte aber ausdrücklich fest, dass keinerlei Gefahr für die Einlagen der Kunden besteht", führte der BAWAG-Aufseher aus. Die BAWAG verfüge über ausreichend Eigenmittel um selbst den Totalausfall der Forderungen an Refco zu verkraften. "In diesem Punkt bestätige ich sämtloche Aussagen von Generaldirektor Johann Zwettler", sagte Traumüller. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    BAWAG-Generaldirektor Johann Zwettler (rechts) und ÖGB-Finanzchef Günter Weninger nach der Krisensitzung am Donnerstag.

Share if you care.