Ein loses Netzwerk in Herzensgrün

20. Oktober 2005, 21:08
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Asfinag-Vorstand Lückler lud Mitglieder des "losen Netzwerks" "SteirerIn Wien" in die Prunkräume des STANDARD

Solange sie daheim daheim sind, lächeln viele darüber. Doch sogar der kosmopolitischste Ottakringer bekommt in der Fremde weiche Knie, wenn jemand "echte Sachertorte" flüstert - aber das würde er (daheim) nie zugeben. Dienstagabend waren die Prunkräume des STANDARD aus ebenjenem Grund fest in "Auswanderer"-Hand: Asfinag-Vorstand Franz Lückler hatte gerufen - und über 130 der 450 Mitglieder seines "losen Netzwerks" (Lückler) "SteirerIn Wien" waren gekommen. "Anfangs", so Lückler, "waren wir nur Geburts-Steirer - aber mittlerweile gibt es bei uns auch Wahl-, Herzens-und angeheiratete Steirer". STANDARD-Chefredakteur (und u.a. Autor des Buches "Steiermark - die knappe Geschichte eines üppigen Landes") Gerfried Sperl referierte zur Regional-Identität: Steirer zeichne Forsch- und Hartnäckigkeit, eiserner Zusammenhalt und "ein besonderes Schreibgen" aus - und in Wien könne und wolle niemand das Steirertum aus Herz oder Hirn verbannen: Die historische Achse Wien-Steiermark sei Teil der DNS, das "grüne Herz Österreichs" keine Metapher: "Die Steirer betrachten sich als Mitbegründer Österreichs" - und sind gerne bereit, darüber augenzwinkernd-nachbarschaftlich mit anderen Regionalnationalisten zu streiten. Nur ein steirisches Wien-Rätsel sei ungelöst: Niemand kenne die Dunkelziffer der unvernetzt in Wien lebenden Landsleute. (DER STANDARD - Printausgabe, 21. Oktober 2005)
  • Asfinag-Vorstand Franz Lickler.
    foto: standard/hendrich

    Asfinag-Vorstand Franz Lickler.

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