UNESCO verabschiedete Kultur-Konvention gegen Widerstand der USA

30. November 2005, 08:52
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Auch Bioethik-Erklärung gebilligt - Doping geächtet

Paris - Gegen den heftigen Widerstand der Vereinigten Staaten hat die UNESCO mit großer Mehrheit eine Konvention verabschiedet, die Kulturgüter von den Regeln des Welthandels ausnimmt. Bei der 33. UNESCO-Vollversammlung in Paris stimmten am Donnerstagabend fast alle der anwesenden 154 Mitgliedstaaten der UN-Sonderorganisation für die Konvention, nur die USA und Israel waren dagegen.

Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Das "Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen" ist eine Initiative Frankreichs und Kanadas. Es soll in Zeiten der Globalisierung Kerne der nationalen Kultur schützen und kulturelle Güter anders als herkömmliche Waren behandeln. Die USA befürchten neue Handelschranken etwa bei Film und Musik.

Damit die Konvention international verbindlich wird, muss sie von mindestens 30 der 191 UNESCO-Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Das Gleiche gilt für die kurz zuvor in Paris verabschiedete Anti-Doping-Konvention, die den Einsatz von Dopingmitteln im Sport rund um den Globus ächtet. Auf ihrer zweijährlichen Vollversammlung nahmen die UNESCO-Staaten zudem die erste weltweite Erklärung zur Bioethik an, in der ausdrücklich der Menschenwürde Vorrang vor wissenschaftlichen Zielen gegeben wird. (APA)

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