Kyoto-Protokoll beschert Honduras neue Wasserkraftwerke

12. Juli 2006, 14:33
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Italien und Finnland erfüllen damit Teil ihrer Klimaauflagen

Bonn/Ludwigshafen - Honduras, Finnland und Italien sind die ersten echten Nutznießer des Kyoto-Protokolls: Wie die zuständigen UN-Behörden am Donnerstag in Bonn mitteilten, erhält das mittelamerikanische Land mit Hilfe der beiden europäischen Staaten Wasserkraftwerke - im Gegenzug kaufen sich Finnland und Italien von einem Teil ihrer Klimaschutz-Verpflichtungen frei, die sie ihm Rahmen des Abkommens eingegangen sind. Dazu erteilte die zuständige UN-Agentur CDM am Donnerstag ihre allerersten Lizenzen.

An einem der beiden honduranischen Projekte, dem Wasserkraftwerk La Esperanza, ist die deutsche Chemiefirma BASF indirekt beteiligt: Sie zahlt Millionen in den Weltbank-Fonds CDCF ein, der La Esperanza und andere Kyoto-Projekte zur nachhaltigen Energie fördert. Wie BASF-Sprecher Nicholas Neu in Ludwigshafen mitteilte, ist derzeit allerdings noch nicht klar, ob sein Unternehmen die ihm zustehenden Klimaschutz-Zertifkate überhaupt in Anspruch nehmen muss. Beim Einhalten der eigenen Klimaziele liegt der Konzern demnach gut im Rennen.

Das am 16. Februar in Kraft getretene Kyoto-Protokoll legt weltweit gültige Obergrenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen fest, die für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden, allen voran das Kohlendioxid. Neben der Reduzierung ihrer eigenen Emissionen haben Staaten und Firmen drei weitere Möglichkeiten: Sie können weltweit Emissionsrechte zukaufen, einschlägige Technologien entwickeln und weitergeben - oder sie setzen geeignete Maßnahmen in Entwicklungsländern um, wie nun in Honduras. (APA)

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