Ermittler erkennt Zeugenaussagen zu Geiseldrama von Beslan nicht an

6. November 2005, 14:27
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Von Müttern zusammengetragene Informationen zurückgewiesen

Wladikawkas - Nach der Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Geiseldrama von Beslan hat der russische Vize-Generalstaatsanwalt Wladimir Kolesnikow alle neuen Zeugenaussagen und Informationen zurückgewiesen. Punkt für Punkt dementierte Kolesnikow am Donnerstag die Aussagen des "Komitees der Mütter von Beslan", einer örtlichen Ermittlungskommission und der Medien. Diesen Aussagen zufolge lösten die russischen Sondereinsatzkräfte das blutige Ende des Geiseldramas aus, indem sie schwere Waffen und Brandbomben einsetzten. Dies widerspricht der offiziellen Version, wonach die russischen Spezialkräfte keine schweren Waffen einsetzten, bevor die Geiseln befreit wurden.

Kolesnikow sagte, die Sicherheitskräfte seien nicht für den Einsturz des Turnhallendaches verantwortlich zu machen. Zugleich wies er die Zeugenaussagen über den Einsatz von Panzern und Brandbomben zurück.

Zahlreiche Bewohner von Beslan hatten die offiziellen Ermittlungen monatelang kritisiert. Präsident Wladimir Putin versprach daraufhin am ersten Jahrestag des Geiseldramas, die Staatsanwaltschaft werde der von den Hinterbliebenen beklagten mangelnden Aufklärung des Geiseldramas nachgehen. Das Geiseldrama, das am 1. September 2004 begonnen hatte, war am 3. September mit einem massiven Einsatz der Sicherheitskräfte zu Ende gegangen. Von den rund 1100 Schülern, Eltern und Lehrern, die sich ursprünglich in der Gewalt der Geiselnehmer befunden hatten, kamen 319 ums Leben. Außerdem wurden zwölf Sicherheitskräfte und 31 der 32 Geiselnehmer getötet. (APA)

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