Mental vorbereiten

16. November 2005, 17:10
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Virologe Albert Osterhaus warnt seit Jahren vor einer plötzlichen Mutation des Vogelgrippevirus

Den nicht wenigen Humoristen und/oder Verschwörungstheoretikern in den diversen Internetforen, die sich über die Vogelgrippe bzw. über die Berichterstattung darüber lustig machen (oder diese anzweifeln), sei der Bericht der Münchner Süddeutschen Zeitung über den Virologen Albert Osterhaus von der Erasmus-Universität Rotterdam empfohlen (www.sueddeutsche.de).

Osterhaus warnt seit Jahren vor einer plötzlichen Mutation des Vogelgrippevirus und einer Pandemie von apokalyptischen Ausmaßen. Seit die Vogelgrippe Europa erreicht hat, wird er plötzlich ernst genommen - wenngleich seine Forderung, die Regierungen der Welt müssten Unsummen in die Entwicklung eines Impfstoffes für eine Krankheit investieren, die möglicherweise nie kommt, zunächst irreal erscheint. Der Unterschied von der großen Grippepandemie von 1918/19 (weltweit 30 bis 50 Millionen Tote) zu heute besteht darin, dass man die Krankheit erstens versteht und zweitens darauf vorbereitet sein kann. Der Punkt ist die mentale Vorbereitung.

Dazu eine kleine Rechnung. In Asien wurden zwar erst rund 120 Menschen von der Vogelgrippe angesteckt. Aber rund 60 davon sind tot. Also eine Sterblichkeitsrate von 50 Prozent. (DER STANDARD - Printausgabe, 21. Oktober 2005)

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