Erste Bank wird junge Aktien ausgeben, wenn sie Rumäniens BCR kriegt

15. November 2005, 19:56
posten

Erste-Vorstand: Bei Zuschlag für größte Bank Rumäniens frisches Kapital wahrscheinlich - Nächste Woche Finalisten-Kür - Offert auch für CEC - Erste will weiter selbstständig sein

Wien - Mitte bis Ende nächster Woche will die Erste Bank wissen, ob sie im Bieterrennen um die größte rumänische Bank, die Banca Comerciala Romana (BCR), im Finale ist. Sieben Kaufinteressenten haben für die Mehrheit von 62 Prozent an der BCR geboten, Angebotsschluss war diesen Montag. Aus der Liste der verbindlichen Kaufangebote will die rumänische Regierung nun die zwei Bestbieter auswählen und gegeneinander antreten lassen.

Die Erste Bank werde "wahrscheinlich" eine Kapitalerhöhung durchführen, wenn sie den Zuschlag für die zur Privatisierung ausgeschriebene rumänische Großbank bekommt. Dies erklärte Erste Bank-Vorstand Reinhard Ortner am Donnerstag auf der "Gewinn-Messe".

Aktienemission erwartet

In Analystenkreisen wird bereits seit längerem eine milliardenschwere Aktienemission bei der Erste Bank erwartet, um den Kauf der größten Bank Rumäniens zu finanzieren. Heute hat diese Erwägungen erstmals der Vorstand bestätigt.

Ist die Erste Bestbieter, dann wird das ein Thema, erklärte Ortner heute, ohne freilich Angaben über das Volumen einer Kapitalaufstockung zu machen.

Zur Refinanzierung der Transaktion würde man "wahrscheinlich wieder in den Markt gehen", wie dies schon bei den Akquisitionen der Ceska und Slovenska Sporitelna (CS und SLSP) der Fall gewesen sei, sagte Ortner. Ob die Kapitalerhöhung im Rahmen des genehmigten Kapitals möglich sei? "Ja, grundsätzlich schon".

Zum möglichen Zeitpunkt einer Emission sagte Ortner nur "heuer nicht mehr". In Finanzkreisen wird dieser Schritt für 2006 erwartet.

Rumänien auf der Liste

Sollte aus der BCR nichts werden, wäre die Erste an der rumänischen Großsparkasse CEC interessiert. Auch darum bewirbt sich die Bank. Bis morgen, Freitag, sind zunächst unverbindliche Angebote zu legen.

Man wolle in Rumänien "auf jeden Fall" bei einer der beiden Banken einstiegen. Deshalb habe man sich auch für beide Banken beworben. Auch in der Ukraine ist die Erste Bank an Banken interessiert.

Die börsenotierte Erste Bank selber will weiter eigenständig bleiben, also nicht verkauft werden. Denkbar wäre es freilich immer, dass sich jemand interessiere. Das sei jedem in einer freien Marktwirtschaft unbenommen. "Aber wird sind relativ teuer. Wir betrachten unsere Selbstständigkeit als sehr wichtiges Gut. Und wir arbeiten daran, das auch in den nächsten x-Jahren zu bleiben." (APA)

Share if you care.